Die schönsten Fjorde Norwegens

Vom Flugzeug aus sieht man nichts als zerklüftete Küsten sowie Berge, die sich aus dem Meer erheben, und wer zum ersten Mal nach Norwegen fliegt wundert sich beim Landeanflug zunächst über die nicht vorhandenen Häuser.

Fjord Norwegen
Der Geirangerfjord in Norwegen

Terje Rakke/Nordic life/www.visitnorway.com

Fjord-Norwegen - Entlang der norwegischen Westküste

Norwegens Festland und Inseln beherbergen eine der längsten und zerklüftetsten Küsten der Welt. Etwa siebzig Prozent davon machen die langen Fjorde, die 150.000 kleinen Inseln, worunter sich die Lofoten befinden, und kleineren Buchten aus. Viele der Inseln sind jedoch nur aus dem Meer ragende Felsbuckel, die nicht höher als fünfzig Meter sind.

Die Küstenlinie Norwegens ist 2650 Kilometer lang – bezieht man jedoch die zahlreichen Fjorde mit ein, wächst sie auf gut 25.000 Kilometer an. An den flachen Küstensaum schließt sich landwärts das steil aufragende Gebirge der Skanden, auch Fjäll genannt, an. Dieses Gebirgsland wird von einzelnen, tief eingeschnittenen Tälern, den Fjorden, die entstanden, als die Gletscher abschmolzen und Meerwasser in die U-förmigen Täler einströmte, unterbrochen.

Norwegen hat weltweit die höchste Dichte an Fjorden. Die meisten befinden sich in Westnorwegen, und das es nirgendwo auf der Welt mehr Fjorde gibt als hier, wird diese Region auch Fjordnorwegen genannt. Zu den schönsten Fjorden zählen zweifellos der Geiranger- und der Nærøyfjord, die beide seit 2005 als UNESCO-Welterbe geschützt sind, aber auch der Hardangerfjord, der Sognefjord und der Nordfjord, das Tor zu den Gletschern Norwegens, sind eine Reise wert.

Geirangerfjord

Der 15 Kilometer lange Geirangerfjord, eine der größten Naturschönheiten Norwegens, gehört zu den am häufigsten besuchten Fjorden des Landes. Fast senkrecht steigen die Berge steil bis auf etwa 1500 Meter an. Sehenswert sind die Wasserfälle „Die sieben Schwestern“, „Freier“ und „Brautschleier“, die donnernd in die Tiefe rauschen. An den steilen Abhängen des Fjords sind auf Felsvorsprüngen verlassene Bauernhöfe zu sehen, die früher teilweise nur über Leitern zugänglich waren. Eine Rundfahrt auf dem Geirangerfjord gehört zu den Höhepunkten jeder Norwegenreise.

Nærøyfjord – im Herzen Fjordnorwegens

Der Nærøyfjord, ein Nebenarm des Sognefjords, ist 17 Kilometer lang und wird aufgrund seiner spektakulären Lage häufig besucht. An seiner schmalsten Stelle nur 250 Meter breit, ist er der schmalste Fjord Norwegens, umgeben von 1700 Meter hohen Bergen.
Auf beiden Seiten des Fjordes liegen einige wenige kleine Siedlungen und Höfe, die ausschließlich vom Wasser aus zu erreichen sind. Am westlichen Ufer befindet sich der Ort Bakka mit der 1859 erbauten weißen Holzkirche, in der jährlich rund zehn Gottesdienste durchgeführt werden.

Sognefjord – der König der Fjorde

Mit seinen 204 Kilometern ist der Sognefjord der längste Fjord Norwegens, der zweitlängste auf der Welt und mit seinen 1308 Metern gleichzeitig der tiefste der Welt. Er liegt im Herzen von Fjordnorwegen, und zwar dort, wo sich die schönsten Routen zwischen Bergen, Oslo und Trondheim treffen. Berühmte Ferienorte wie Balestrand, das bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschen und Engländern als Ferienort entdeckt wurde, zieren seine Ufer. Zu den berühmtesten Gästen gehörte Kaiser Wilhelm II, der hier mehrmals im prachtvollen Kvikne’s Hotel übernachtete und in dessen Prunksaal noch heute der Stuhl steht, auf dem der Kaiser 1914 saß. Entlang der Ufer finden sich auch viele Kulturdenkmäler, wie zum Beispiel die älteste Stabkirche des Landes.

Hardangerfjord

Der Hardangerfjord an der südwestlichen Atlantikküste ist mit seinen 179 Kilometern der zweitlängste Fjord Norwegens und der drittlängste weltweit. An seiner tiefsten Stelle misst er 800 Meter. Aufgrund des milden Klimas, das vom warmen Golfstrom entlang der Westküste beeinflusst wird, gedeihen hier über ein Fünftel aller Obstbäume des Landes. Entlang des Ufers finden sich malerische kleine Dörfer, und inmitten des Fjords liegt die kleine Ferieninsel Varaldsøy, die ein botanisches und geologisches Eldorado ist und viele schöne Wanderwege hat.

Nordfjord

Entlang des 110 Kilometer langen Nordfjords, der sich von den Gletschern bis zum Meer erstreckt, leben etwa 32.000 Menschen. Der Fjord bietet idyllische Fischerdörfer, steile, hohe Berge, einsame Strände, an denen man Ferienhäuser mieten kann, und tiefes, klares Wasser. Nördlich des Fjords liegt der Jostedalsbreen, mit seinen 487 Quadratkilometern der größte Gletscher des europäischen Festlandes. Sehenswerte Ferienorte im Innern des Nordfjords sind die malerischen Dörfer Loen und Olden.

Von Cornelia Lohs
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