Nobelpreisverleihung in Stockholm
Nobeldagen

Nobelpreisverleihung in Stockholm 2026
Jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel (1833–1896), schaut die Welt nach Stockholm. Im Konserthuset überreicht der schwedische König dann die Nobelpreise für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin und Literatur.
Dazu kommt der Preis für Wirtschaftswissenschaften, der offiziell »Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel« heißt. Er geht nicht auf Nobels Testament zurück, sondern wurde 1968 von der schwedischen Zentralbank gestiftet und 1969 zum ersten Mal vergeben.
Die Verleihung des Friedensnobelpreises findet am selben Tag in Oslo in Norwegen statt.
2026 ist für Stockholm ein doppeltes Jubiläumsjahr: Die ersten Nobelpreise wurden vor 125 Jahren vergeben, und das Konserthuset, in dem die Zeremonie seit 1926 stattfindet, feiert seinen 100. Geburtstag. Passend dazu hat die Nobelstiftung das Preisgeld erhöht.
Die in Stockholm verliehenen Nobelpreisträger werden von drei Institutionen ausgewählt: der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaften), der Nobelversammlung am Karolinska-Institut (Physiologie oder Medizin) und der Schwedischen Akademie (Literatur).
Für ihre Auszeichnung erhalten die Preisträger eine Urkunde, eine Goldmedaille und ein Preisgeld. 2026 liegt es bei 12 Millionen Schwedischen Kronen pro Kategorie, das sind rund 1,06 Millionen Euro und eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Teilen sich mehrere Personen einen Preis, wird auch das Geld aufgeteilt.
Rund um den 10. Dezember stehen die Preisträger im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Stockholm und ganz Schweden. Sie halten ihre Nobelvorlesungen, werden zu Empfängen und Diskussionsrunden eingeladen, sitzen beim Nobelbankett an der Ehrentafel mit der schwedischen Königsfamilie und sind am Folgeabend zum Dinner im Stockholmer Schloss eingeladen.
Die Nobelpreisträger 2026
Bekanntgegeben wurden die Preisträger zwischen dem 5. und 12. Oktober 2026. Aus deutscher Sicht gibt es diesmal besonders viel zu feiern, denn gleich zwei der drei Medizin-Nobelpreisträger forschen in Deutschland.
Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
Karl Deisseroth (USA), Peter Hegemann (Deutschland) und Georg Nagel (Deutschland) – für ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik. Mit dieser Methode lassen sich einzelne Nervenzellen im lebenden Gehirn per Licht gezielt an- und ausschalten.
Nobelpreis für Physik
Francis Halzen (Belgien/USA) – für seine Pionierarbeit, die zum IceCube-Neutrino-Observatorium in der Antarktis führte. Dort dient ein Kubikkilometer Eis als Detektor für hochenergetische Neutrinos aus den Tiefen des Weltalls.
Nobelpreis für Chemie
Henri B. Kagan (Frankreich) und Kenso Soai (Japan) – für Entdeckungen, die erklären helfen, wie die »einhändige« Chemie des Lebens, die sogenannte Homochiralität, entstanden sein könnte.
Nobelpreis für Literatur
Anne Carson (Kanada) – die Dichterin, Essayistin und Altphilologin wird für ein Werk ausgezeichnet, das im spielerischen Dialog mit der Antike neue Formen für die Gegenwartsliteratur schafft.
Friedensnobelpreis (Verleihung in Oslo)
Navanethem »Navi« Pillay (Südafrika) – die frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte – wird für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht geehrt.
Preis für Wirtschaftswissenschaften
Robert E. Hall (USA) und Michael Woodford (USA) – für die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierungspolitik. Ihre Modelle nutzen Zentralbanken und Regierungen heute weltweit.
Warum wird der Nobelpreis in Stockholm verliehen?
Offiziell verliehen werden die Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Dieser verfügte in seinem Testament darüber, dass sein Vermögen zur Einrichtung eines Preises genutzt werden muss.
Im Jahr 1900 wurde die Nobel-Stiftung gegründet, deren Hauptaufgabe darin besteht, das Vermögen von Alfred Nobel zu verwalten und die finanzielle Ausstattung des Nobelpreises langfristig zu sichern.
Die ersten Nobelpreise wurden 1901 in den Kategorien Physik, Chemie, Physiologie/Medizin, Literatur und Frieden vergeben. Laut Nobels Testament sollen die Preise an diejenigen verliehen werden, »die im vorangegangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben«.
Warum in Stockholm? Alfred Nobel war schwedischer Staatsbürger. Er wurde 1833 in Stockholm geboren und verbrachte hier große Teile seiner Kindheit. Ab 1884 war er Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die heute für die Auszeichnung der Nobelpreise in Physik und Chemie verantwortlich ist.
Wo wird der Nobelpreis in Stockholm verliehen?
Die Nobelpreisverleihung in Stockholm findet seit 1926 mit wenigen Ausnahmen im Stockholmer Konzerthaus (Konserthuset Stockholm) statt. Von 1901 bis 1925 wurde die Zeremonie in der Alten Königlichen Musikakademie abgehalten.
Übergeben werden die Preise durch den schwedischen König. Die Zeremonie selbst ist geladenen Gästen vorbehalten, du kannst sie aber live im schwedischen Fernsehen und im Stream auf nobelprize.org verfolgen.
Welcher Nobelpreis wird nicht in Stockholm vergeben?
Der Friedensnobelpreis. Das ist der einzige Preis, der nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen wird. Die Verleihung findet ebenfalls am 10. Dezember im Osloer Rathaus statt.
Die schwedischen Nobelkomitees
Die für die Wahl der Nobelpreisträger zuständigen Institutionen wurden von Alfred Nobel in seinem Testament bestimmt:
- Nobelpreis in Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften: Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften
- Nobelpreis für Physiologie oder Medizin: Karolinska-Institut
- Nobelpreis für Literatur: Schwedische Akademie
- Friedensnobelpreis: Norwegisches Komitee, vom norwegischen Parlament gewählt
Wie viele deutsche Nobelpreisträger gab es bisher?
Deutschland gehört zu den Ländern mit den meisten Nobelpreisträgern überhaupt. Je nach Zählweise – entscheidend ist, ob man nach Geburtsland oder Staatsangehörigkeit geht – kommen deutlich mehr als 80 Preisträgerinnen und Preisträger aus Deutschland, die meisten davon in Chemie, Physik und Medizin.
Schon bei der allerersten Verleihung 1901 waren zwei Deutsche dabei. Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923) erhielt den Physik-Nobelpreis für die »X-Strahlen«, die er am 8. November 1895 am Physikalischen Institut der Universität Würzburg entdeckt hatte und die später nach ihm benannt wurden. Emil von Behring (1854–1917) bekam den ersten Nobelpreis für Medizin für sein Serum gegen Diphtherie.
Weitere bekannte Preisträger sind Robert Koch (1905, Medizin), Max Planck (1918, Physik), Albert Einstein (1921, Physik), Thomas Mann (1929, Literatur) und Willy Brandt (1971, Frieden).
Die jüngsten deutschen Preisträger sind Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Georg Nagel von der Universität Würzburg, die 2026 den Medizin-Nobelpreis erhalten. Damit schließt sich übrigens ein kleiner Kreis, denn auch Röntgen forschte einst in Würzburg. Davor wurden zuletzt Reinhard Genzel (2020, Physik), Klaus Hasselmann (2021, Physik) und Benjamin List (2021, Chemie) ausgezeichnet.
Das Nobelbankett im Stockholmer Rathaus
Das Nobel-Bankett (schwedisch: Nobelfesten) gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen rund um die Nobelpreisverleihung. Teilnehmen dürfen rund 1.300 geladene Gäste, darunter Wissenschaftler, Kulturschaffende, Politiker, Diplomaten und Mitglieder des schwedischen Königshauses.
Das allererste Bankett fand 1901 im Grand Hôtel in Stockholm statt. Dazu waren 113 – ausschließlich männliche – Gäste eingeladen. Seit 1974 ist der Blaue Saal des Stockholmer Rathauses der Austragungsort des Dinners.
Das Menü bleibt bis zum letzten Moment geheim und ist jedes Jahr Gesprächsthema in ganz Schweden. 2025 gab es eine Steinpilzsuppe mit schwedischen Zuchtpilzen, Almnäs-Tegel-Käse und schwarzem Wintertrüffel, danach Steinbutt gefüllt mit Jakobsmuscheln und Zuckertang und zum Dessert ein Sorbet aus schwedischen Schlehen mit Orange, Piment und Nelke.
Tipp: Wenn du selbst einmal wie ein Nobelpreisträger speisen möchtest, wirst du im Restaurant Stadshuskällaren im Keller des Rathauses fündig. Dort kannst du frühere Bankettmenüs bestellen – allerdings nur für Gruppen ab zehn Personen und mit mindestens zwei Wochen Vorlauf.
Nobelwoche in Stockholm: Das kannst du selbst erleben
Bei der Zeremonie und dem Bankett bleiben die geladenen Gäste unter sich. Rund um den 10. Dezember gibt es in Stockholm aber einiges, bei dem du ganz ohne Einladung dabei sein kannst.
Nobelpreis-Konzert
Das Nobelpreis-Konzert findet traditionell am 8. Dezember im Konserthuset statt und ist Teil des offiziellen Programms der Nobelwoche. Es ist eine musikalische Hommage an die Preisträger des Jahres: Neben dem Königlichen Philharmonischen Orchester Stockholm (Kungliga Filharmonikerna) treten jedes Jahr internationale Solisten und Dirigenten auf. 2025 dirigierte Semyon Bychkov, Solistin war die spanische Geigerin María Dueñas mit Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll.
Tickets für das Konzert sind unter konserthuset.se erhältlich. Die Preise liegen zwischen 460 und 1.490 Schwedischen Kronen. Kaufen kannst du deine Tickets in der Regel ab Mitte Oktober. Konzertbeginn ist um 19 Uhr.
Tipp: Das Nobelpreis-Konzert wird auch live und kostenlos im Internet übertragen. Auf der Seite stehen zudem viele weitere Konzerte aus dem Konserthuset in Stockholm kostenlos zum Abruf bereit.
Nobel Week Lights
Vom 5. bis 13. Dezember 2026 verwandelt das Lichtkunstfestival Nobel Week Lights Straßen, Plätze und Fassaden in der Innenstadt und im Stadtteil Tensta in große Leinwände.
Internationale und lokale Künstler, Designer und Studierende interpretieren dabei preisgekrönte Entdeckungen und Leistungen mit Licht. Gerade in der dunkelsten Zeit des Jahres ist ein abendlicher Spaziergang durch die beleuchtete Stadt ein echtes Erlebnis – und der Eintritt ist frei.
Nobel Week Dialogue
Am 9. Dezember 2026 diskutieren beim Nobel Week Dialogue im Folkets Hus in Stockholm Nobelpreisträger, Forscher und Fachleute über ein großes Zukunftsthema. 2026 dreht sich alles um das Leben mit künstlicher Intelligenz. Details zur Teilnahme und zum Livestream findest du auf nobelprize.org.

Nobelmuseum in Stockholm
Das Nobelmuseum in Stockholm findest du im Börshuset, dem ehemaligen Gebäude der Stockholmer Börse in der Altstadt Gamla stan.
Zu besichtigen gibt es verschiedene Ausstellungen rund um den Nobelpreis. Des Weiteren erfährst du alles über Alfred Nobel und die Nobelpreisträger von 1901 bis heute.
Häufige Fragen zur Nobelpreisverleihung in Stockholm
Wann ist die Nobelpreisverleihung 2026 in Stockholm?
Die Nobelpreisverleihung findet am Donnerstag, 10. Dezember 2026, im Konserthuset Stockholm statt. Der 10. Dezember ist der Todestag von Alfred Nobel, deshalb wird an diesem Datum seit 1901 gefeiert. Am Abend folgt das Nobelbankett im Stockholmer Rathaus.
Kann ich als Besucher bei der Nobelpreisverleihung dabei sein?
Zur Zeremonie und zum Bankett haben nur geladene Gäste Zutritt. Du kannst beides aber live im Fernsehen oder im Stream auf nobelprize.org verfolgen. Für Besucher offen sind das Nobelpreiskonzert am 8. Dezember (mit Ticket), das kostenlose Lichtfestival Nobel Week Lights vom 5. bis 13. Dezember 2026 und das Nobelpreismuseum in Gamla stan. Den Saal der Zeremonie kannst du außerdem das ganze Jahr über bei einer Führung im Konserthuset besichtigen.
Wie hoch ist das Preisgeld für den Nobelpreis 2026?
Zum 125-jährigen Jubiläum des Nobelpreises hat die Nobelstiftung das Preisgeld auf 12 Millionen Schwedische Kronen pro Kategorie erhöht, das sind rund 1,06 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 11 Millionen Kronen. Teilen sich mehrere Preisträger einen Preis, wird die Summe aufgeteilt.
Wer hat 2026 den Nobelpreis bekommen?
Medizin: Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel. Physik: Francis Halzen. Chemie: Henri B. Kagan und Kenso Soai. Literatur: Anne Carson. Frieden: Navi Pillay. Wirtschaftswissenschaften: Robert E. Hall und Michael Woodford. Mit Hegemann und Nagel sind 2026 zwei Forscher aus Deutschland unter den Preisträgern.
Wer überreicht die Nobelpreise in Stockholm?
Die Nobelpreise für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin und Literatur sowie den Preis für Wirtschaftswissenschaften überreicht der schwedische König Carl XVI. Gustaf. Der Friedensnobelpreis wird am selben Tag im Osloer Rathaus verliehen.
Wo findet das Nobelbankett statt?
Das Nobelbankett mit rund 1.300 Gästen findet seit 1974 im Blauen Saal des Stockholmer Rathauses statt. Danach wird im Goldenen Saal getanzt. Wer ein früheres Bankettmenü probieren möchte, kann es als Gruppe ab zehn Personen im Restaurant Stadshuskällaren im Rathauskeller vorbestellen.
Nobeldagen
Konserthuset Stockholm
Hötorget 8
103 87 Stockholm
Schweden







