Die norwegische Königsfamilie

Seit 1991 ist König Harald der V. der norwegische König. Erster Thronfolger ist Kronprinz Hákon. Residenz der norwegischen Königsfamilie ist das Königliche Schloss in Oslo (Det kongelige slott).

Norwegen Königsfamilie
Die Mitglieder der norwegischen Königsfamilie

Foto:Sølve Sundsbø / The Royal Court.

Die norwegische Monarchie

Der erste bekannte König der Norweger war Harald Harfagre, der von 870 bis 933 nach Christus lebte. Im Jahr 1389 wurde das Königreich Norwegen der Regentschaft des Königreichs Dänemark angeschlossen. Dies war bis 1814 der Fall. Danach wurde Norwegen unter die Regentschaft Schwedens überführt, da sich die Norweger gemeinsam mit den Dänen mit Napoléon verbündet hatten. Nach dessen Niederlage kam Norwegen zum schwedischen Königreich. Im Jahr 1905 wurde eine Abstimmung durchgeführt, die die Selbstständigkeit des Königreichs Norwegen zur Folge hatte. Da zu dieser Zeit die norwegische Königsfamilie komplett ausgestorben war, wurde der dänische Prinz Carl zum neuen König von Norwegen ernannt. Am 18. November 1905 bestieg er als Håkon VII. den norwegischen Thron.

Seit dem Jahr 1991 regiert Seine Majestät (SM) König Harald der V. gemeinsam mit Ihre Majestät (IM) Königin Sonja die Norweger. Zur norwegischen Königsfamilie gehören auch Seine Königliche Hoheit (SKH) Kronprinz Hákon und Prinzessin Märtha Louise. Kronprinz Hákon ist der Thronfolger von König Harald dem V. Gemeinsam mit IKH Kronprinzessin Mette-Marit hat er zwei Kinder, die die Positionen zwei und drei der Thronfolge einnehmen, Ihre Königliche Hoheit (IKH) Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.

Prinzessin Märtha Louise hat mit ihrem Ehemann Arie Behn drei Kinder, Maud Angelica, Leah Isadora und Emma Tallulah Behn. Durch die Hochzeit mit Arie Behn hat sie auf ihren Titel IKH verzichtet und darf sich nur noch Prinzessin nennen.

Genau wie König Harald V. haben dessen Kinder IKH Kronprinz Hákon und Prinzessin Märtha Louise bürgerlich geheiratet. Dies hat zu einigen Verwerfungen in der Öffentlichkeit Norwegens geführt. Besonders die Vergangenheit von IKH Kronprinzessin Mette-Marit und die Bücher von Arie Behn wurden lange in der Öffentlichkeit diskutiert. IKH Kronprinzessin Mette-Marit hat in die Ehe mit Hákon ihren Sohn Marius aus einer früheren Beziehung mitgebracht, was in der norwegischen und weltweiten Öffentlichkeit auf reges Interesse stieß. Dennoch ist die norwegische Königsfamilie im Volk weiterhin sehr beliebt.

Die Aufgaben des norwegischen Königs

Das norwegische Königshaus hat - wie die meisten Königshäuser - vor allem repräsentative Pflichten. Der König ist aber gleichzeitig der oberste Armeeführer und hat in der Regel eine militärische Ausbildung genossen. Der amtierende König kann Regierungen entlassen und neue Minister berufen. Aus der Tagespolitik hält er sich in der Regel heraus, wird aber von der Regierung ständig auf dem Laufenden gehalten.

Der König hat also - um es einmal mit deutschen Verhältnissen zu vergleichen - in etwa die Position, die bei uns ein Bundespräsident innehat. Er unterzeichnet Gesetze, ist für die Amnestie zuständig und hat - wie bereits erwähnt - vor allem repräsentative Pflichten. Er weiht also zum Beispiel neue Gebäude ein, besucht Pflegeeinrichtungen, Schulen, caritative Einrichtungen, eröffnet Museen, Bälle und vieles mehr.