Die norwegische Königsfamilie

Das norwegische Königshaus im Überblick
Ja, Norwegen hat einen König – und zwar seit 1905 ununterbrochen. Seit August 2026 ist König Haakon VIII. das Staatsoberhaupt des Landes. Er folgte auf seinen Vater König Harald V., der am 28. August 2026 im Alter von 89 Jahren starb. Erste Thronfolgerin ist Haakons Tochter, Kronprinzessin Ingrid Alexandra.
Die offizielle Residenz der norwegischen Königsfamilie ist das Königliche Schloss in Oslo (Det kongelige slott).
Das norwegische Königshaus gehört zum Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg – einen bürgerlichen Nachnamen im klassischen Sinne trägt die Familie nicht. Im Alltag werden die Mitglieder schlicht »von Norwegen« genannt.
Die offizielle Website des norwegischen Königshauses findest du unter kongehuset.no.
Mitglieder der norwegischen Königsfamilie
Zur norwegischen Königsfamilie im engeren Sinne gehören offiziell fünf Personen: König Haakon VIII. und Königin Mette-Marit, Kronprinzessin Ingrid Alexandra sowie die verwitwete Königin Sonja.
Genau wie der verstorbene König Harald V. haben auch dessen Kinder König Haakon VIII. und Prinzessin Märtha Louise bürgerlich geheiratet. Das hat in der norwegischen Öffentlichkeit immer wieder für Diskussionen gesorgt – besonders die Vergangenheit von Königin Mette-Marit, die Bücher von Ari Behn (dem ersten Ehemann von Prinzessin Märtha Louise) und zuletzt die Beziehung von Märtha Louise zum amerikanischen Schamanen Durek Verrett wurden ausgiebig debattiert.
Dennoch genießt die norwegische Königsfamilie im Volk nach wie vor großes Ansehen, auch wenn die Zustimmung zur Monarchie zuletzt etwas zurückgegangen ist.
König Haakon VIII. von Norwegen
Seit dem Tod seines Vaters am 28. August 2026 ist »Seine Majestät« König Haakon VIII. das Staatsoberhaupt der Norweger. Geboren wurde er am 20. Juli 1973 als einziger Sohn von König Harald V. und Königin Sonja; er ist der jüngere Bruder von Prinzessin Märtha Louise.
Am 25. August 2001 heiratete der damalige Kronprinz die bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby in der Domkirche von Oslo. Zusammen haben sie zwei Kinder: Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.
Haakon absolvierte Teile seiner Ausbildung an der UC Berkeley und der London School of Economics. Er spricht neben Norwegisch auch fließend Englisch und Deutsch. Als UNDP-Goodwill-Botschafter setzte er sich über viele Jahre für nachhaltige Entwicklung ein. Schon als Kronprinz unternahm er jedes Jahr zahlreiche offizielle Besuche in Norwegen und im Ausland, vor allem zur Förderung von Wirtschaft, Kultur und Forschung.
Mit dem Tod Haralds ging der Thron im selben Augenblick auf Haakon über – eine Übergangszeit gibt es in Norwegen nicht, eine förmliche Krönung sieht das Protokoll nicht vor. Als Wahlspruch wählte der 53-Jährige »Alt for Norge« (»Alles für Norwegen«) und stellte sich damit in die Tradition seines Vaters, Großvaters und Urgroßvaters.
König Harald V. von Norwegen (1937–2026)
Von 1991 bis zu seinem Tod war »Seine Majestät« König Harald V. das Staatsoberhaupt der Norweger. Er wurde am 21. Februar 1937 auf dem Gutshof Skaugum in der Gemeinde Asker bei Oslo als Sohn von König Olav V. und Kronprinzessin Märtha geboren und starb am 28. August 2026 im Rikshospitalet in Oslo. Zuletzt war er der älteste amtierende Monarch Europas.
Seine ersten drei Lebensjahre verbrachte der damalige Prinz auf Skaugum, bis die deutschen Truppen am 9. April 1940 in Norwegen einmarschierten. Seine Mutter, Kronprinzessin Märtha, floh mit den Kindern zunächst über die Grenze nach Schweden und später in die USA. Am 7. Juni 1945 kehrte Harald zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern Ragnhild und Astrid nach Norwegen zurück.
Als sein Großvater König Haakon VII. am 21. September 1957 starb, wurde Haralds Vater Olav V. König – und Harald zum Kronprinzen ernannt. 1968 heiratete er die bürgerliche Sonja Haraldsen in der Domkirche von Oslo. Sein Vater König Olav hatte der Verbindung erst nach neun Jahren zugestimmt, weil er fürchtete, eine bürgerliche Ehe könnte die Zukunft der Monarchie gefährden. Zusammen haben Harald und Sonja zwei Kinder: Prinzessin Märtha Louise (geboren am 22. September 1971) und den heutigen König Haakon (geboren am 20. Juli 1973).
Als König Olav im Frühjahr 1990 schwer erkrankte, übernahm Kronprinz Harald die Funktion als Staatsoberhaupt. Nach dem Tod König Olavs am 17. Januar 1991 wurde er wenige Tage später offiziell zum neuen König vereidigt.
In seinen letzten Jahren hatte König Harald mehrfach mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2003 erkrankte er an Blasenkrebs und wurde operiert. 2005 folgte ein Eingriff wegen einer Aortenstenose. Im Oktober 2020 wurde ihm eine neue Herzklappe eingesetzt, und Anfang März 2024 erhielt er nach einer Infektion während eines Malaysiabesuchs zunächst einen temporären, kurz darauf in Oslo einen permanenten Herzschrittmacher. Im August 2026 kam er wegen einer Form der Blutarmut ins Rikshospitalet; nach Komplikationen bei einer Kortisonbehandlung und einer zusätzlichen bakteriellen Infektion verschlechterte sich sein Zustand rapide. Er starb am 28. August 2026 im Kreis seiner engsten Familie.
Königin Sonja von Norwegen
Königin Sonja wurde als Sonja Haraldsen am 4. Juli 1937 in Oslo geboren. Dem damaligen Kronprinzen Harald begegnete sie das erste Mal 1959. Da sie aus bürgerlichen Verhältnissen stammte, dauerte es fast ein Jahrzehnt, bis König Olav seinem Sohn die Hochzeit erlaubte.
Nach der Trauung am 29. August 1968 wurde die neue Kronprinzessin Sonja vom norwegischen Volk schnell ins Herz geschlossen. An der Seite Haralds begleitete sie ihn über Jahrzehnte bei Staatsbesuchen und Empfängen und engagierte sich stark für Kunst und Kultur. Nach dem Tod ihres Mannes trägt sie als verwitwete Königin weiterhin ihren Titel und wird auch künftig eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben spielen.
Königin Mette-Marit
Königin Mette-Marit wurde am 19. August 1973 als Mette-Marit Tjessem Høiby in Kristiansand geboren. Den damaligen Thronfolger Haakon lernte sie 1999 auf dem Quart-Festival in Kristiansand kennen. Mit dessen Thronbesteigung im August 2026 wurde aus der Kronprinzessin die Königin von Norwegen.
In die Ehe mit Haakon brachte Mette-Marit ihren Sohn Marius Borg Høiby aus einer früheren Beziehung mit. Das stieß in der norwegischen und internationalen Öffentlichkeit zunächst auf reges Interesse und Kritik, die sich mit der Zeit jedoch weitgehend legte.
Im Oktober 2018 wurde bekannt, dass sie seit einigen Jahren an einer chronischen Lungenfibrose leidet – einer unheilbaren Erkrankung, bei der Narbengewebe in der Lunge die Sauerstoffaufnahme zunehmend erschwert. Ende 2025 teilte der Palast mit, dass sich ihr Zustand deutlich verschlechtert hat. Die Ärzte am Reichshospital in Oslo haben den Prozess für eine mögliche Lungentransplantation eingeleitet. Sie musste ihren Terminkalender in der Folge erheblich reduzieren.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra
Kronprinzessin Ingrid Alexandra wurde am 21. Januar 2004 in Oslo geboren. Sie ist die Tochter von König Haakon VIII. und Königin Mette-Marit und steht seit dem Thronwechsel im August 2026 an erster Stelle der norwegischen Thronfolge – sie wird eines Tages die erste Königin Norwegens seit über 600 Jahren sein.
Von Herbst 2014 bis Frühjahr 2019 besuchte sie die Oslo International School in Bekkestua. Anschließend verbrachte sie ein Jahr an der Uranienborg-Schule in Oslo, bevor sie im Herbst 2020 auf die Elvebakken-Oberschule in Oslo wechselte. Im Juni 2023 feierte die Prinzessin ihre offizielle Volljährigkeit mit einem großen Galadinner im Königlichen Schloss.
Seit September 2025 studiert Ingrid Alexandra Sozialwissenschaften an der Universität von Sydney in Australien. Mit der Thronbesteigung ihres Vaters rückt sie als direkte Thronfolgerin stärker in den Mittelpunkt der königlichen Pflichten.
Weitere königliche Familienmitglieder
Wichtig zu wissen: Man unterscheidet in Norwegen zwischen der »norwegischen Königsfamilie« im engeren Sinne (die oben genannten Personen) und der »königlichen Familie« im weiteren Sinne. Zur erweiterten königlichen Familie gehören darüber hinaus Prinz Sverre Magnus, Marius Borg Høiby (Sohn von Königin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung), Prinzessin Märtha Louise mit ihrem Ehemann Durek Verrett und ihren drei Töchtern sowie Prinzessin Astrid, Frau Ferner – die ältere Schwester des verstorbenen König Harald V.
Prinzessin Ragnhild, die älteste Schwester Haralds, verstarb im Jahr 2012.
Einen Adelstitel erhalten nur die Familienmitglieder, die in der norwegischen Thronfolge stehen oder zur engeren königlichen Familie gehören.
Prinz Sverre Magnus
Prinz Sverre Magnus wurde am 3. Dezember 2005 in Oslo geboren. Er ist der Sohn von König Haakon VIII. und Königin Mette-Marit und steht seit dem Thronwechsel an zweiter Stelle der norwegischen Thronfolge. Von 2014 bis 2020 besuchte der Prinz die private Montessori-Schule in Oslo, anschließend das Gymnasium Elvebakken.
Im Herbst 2025 verließ Sverre Magnus Norwegen und lebt derzeit in Mailand, wo er sich im Bereich Film und Fotografie ausprobiert.
Marius Borg Høiby
Marius Borg Høiby wurde am 13. Januar 1997 geboren. Er ist der älteste Sohn von Königin Mette-Marit aus einer Beziehung vor ihrer Ehe mit Haakon. Marius trägt keinen Adelstitel und ist kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses, gehört aber zur erweiterten königlichen Familie.
Seit August 2024 sorgt Marius für erhebliche Negativschlagzeilen. Im Februar 2026 begann vor dem Gericht in Oslo der Prozess gegen ihn. Die Anklage umfasst 38 Punkte, darunter schwere Vorwürfe. Der Fall belastet das norwegische Königshaus stark und hat die öffentliche Debatte über die Zukunft der Monarchie befeuert.
Prinzessin Märtha Louise
Prinzessin Märtha Louise wurde am 22. September 1971 in Oslo geboren. Sie ist das älteste Kind des verstorbenen Königs Harald und der Königin Sonja und die ältere Schwester von König Haakon VIII.
Aus ihrer ersten Ehe mit Ari Behn hat sie drei Töchter: Maud Angelica (geboren am 29. April 2003), Leah Isadora (8. April 2005) und Emma Tallulah Behn (29. September 2008). Im Zuge ihres zunehmend eigenständigen öffentlichen Auftretens verzichtete Märtha Louise auf den Titel »Ihre Königliche Hoheit« und darf sich nur noch Prinzessin nennen. Die Ehe mit Ari Behn wurde im Januar 2017 geschieden. Am 25. Dezember 2019 nahm sich Ari Behn das Leben.
Im August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise den amerikanischen Schamanen Durek Verrett in einer viel beachteten Zeremonie. Die Hochzeit und die Beziehung zu Verrett hatten im Vorfeld für heftige Diskussionen in Norwegen und darüber hinaus gesorgt.
Märtha Louise erfüllt weiterhin gelegentlich offizielle Aufgaben für die königliche Familie und setzt sich unter anderem für Menschen mit Behinderungen ein. Sie ist Schirmherrin mehrerer Organisationen und Autorin von Büchern und Hörbüchern.
Prinzessin Astrid, Frau Ferner
Prinzessin Astrid wurde am 12. Februar 1932 in Oslo geboren. Sie ist die ältere Schwester des verstorbenen Königs Harald V. und die jüngere Schwester der 2012 verstorbenen Prinzessin Ragnhild. Astrid heiratete 1961 den Bürgerlichen Johan Martin Ferner und trägt seitdem den Titel »Prinzessin Astrid, Frau Ferner«. Zusammen hatten sie fünf Kinder. Ihr Ehemann verstarb im Jahr 2015.
Trotz ihres hohen Alters von inzwischen 94 Jahren nimmt Prinzessin Astrid nach wie vor an ausgewählten repräsentativen Veranstaltungen des Königshauses teil, bei denen sie seit einigen Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
Anrede und Titel im norwegischen Königshaus
Der König von Norwegen wird mit »Seine Majestät« (S. M.) bezeichnet, die Königin mit »Ihre Majestät« (I. M.). Der Kronprinz und die Kronprinzessin tragen den Titel »Ihre Königliche Hoheit« (I. K. H.). Auch Prinzessin Ingrid Alexandra wird als »Ihre Königliche Hoheit« (I. K. H.) bezeichnet.
Thronfolge in Norwegen
Die norwegische Thronfolge ist klar geregelt: Seit dem Tod von König Harald V. ist sein Sohn König Haakon VIII. das Staatsoberhaupt. Direkte Thronfolgerin ist nun seine Tochter Kronprinzessin Ingrid Alexandra, gefolgt von seinem Sohn Prinz Sverre Magnus.
Das norwegische Thronfolgerecht in Artikel 6 der Verfassung ist in zwei Schritten reformiert worden. Bis 1971 waren Frauen komplett ausgeschlossen, danach wurden sie zwar in die Thronfolge aufgenommen, mussten aber weiterhin männlichen Geschwistern den Vortritt lassen.
Erst eine zweite Reform am 29. Juni 1990 hat das männliche Vorrecht ganz abgeschafft – seitdem zählt das Erstgeburtsrecht unabhängig vom Geschlecht. Diese Neuregelung gilt allerdings nicht rückwirkend, sondern nur für die nach 1990 Geborenen.
Deshalb steht Prinzessin Märtha Louise als ältere Schwester des Königs zwar grundsätzlich in der Thronfolge, aber hinter ihrem jüngeren Bruder Haakon und dessen Kindern – aktuell auf Platz drei.
Praktisch zum Tragen kommt die Reform erstmals bei Ingrid Alexandra: Sie steht vor ihrem jüngeren Bruder Sverre Magnus und wird so eines Tages die erste Königin Norwegens seit über 600 Jahren sein.
Stammbaum der norwegischen Königsfamilie
| Urgroßeltern von König Haakon VIII. | König Haakon VII. (1872–1957) ⚭ 1896 Prinzessin Maud von Großbritannien und Irland (1869–1938) Prinz Carl von Schweden (1861–1951) ⚭ 1897 Prinzessin Ingeborg Charlotte von Dänemark (1878–1958) |
|---|---|
| Großeltern von König Haakon VIII. | König Olav V. (1903–1991) ⚭ 1929 Prinzessin Märtha von Schweden (1901–1954) |
| Eltern von König Haakon VIII. | König Harald V. von Norwegen (1937–2026) ⚭ 1968 Königin Sonja von Norwegen (* 1937) |
| Königspaar | König Haakon VIII. von Norwegen (* 1973) ⚭ 2001 Königin Mette-Marit von Norwegen (* 1973) |
| Geschwister des Königs | Prinzessin Märtha Louise (* 1971) |
| Kinder | Kronprinzessin Ingrid Alexandra (* 2004) Prinz Sverre Magnus (* 2005) (Marius Borg Høiby (* 1997)) |
| Nichten des Königs | Maud Angelica Behn (* 2003) Leah Isadora Behn (* 2005) Emma Tallulah Behn (* 2008) |
Wo leben die norwegischen Royals?
Der offizielle Sitz der königlichen Familie befindet sich im Königlichen Schloss in Oslo. Hier finden die meisten offiziellen Veranstaltungen statt. Weitere Residenzen gibt es in Trondheim (Stiftsgården), Bergen (Gamlehaugen) und Stavanger (Ledaal).
Das heutige Königspaar lebt seit 2003 auf dem Gut Skaugum in Asker nahe Oslo, das sich im Privatbesitz der königlichen Familie befindet. Skaugum diente schon in den 1930er-Jahren als Wohnsitz des damaligen Kronprinzenpaares Olav und Märtha und hat für die Familie eine lange Tradition.
Der Begriff »Skaugum-Frau« ist übrigens im Norwegischen umgangssprachlich zum Ausdruck für eine wohlhabende, privilegierte Hausfrau geworden – nicht immer schmeichelhaft gemeint.
Die Aufgaben des norwegischen Königs
Das norwegische Königshaus hat – wie die meisten europäischen Monarchien – vor allem repräsentative Pflichten. Der König ist gleichzeitig der formelle Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte und hat in der Regel eine militärische Ausbildung genossen.
Formal kann der amtierende König Regierungen entlassen und neue Minister berufen. Aus der Tagespolitik hält er sich aber traditionell heraus, wird von der Regierung jedoch ständig auf dem Laufenden gehalten.
Um es mit deutschen Verhältnissen zu vergleichen: Der König nimmt in etwa die Position ein, die bei uns der Bundespräsident innehat. Er unterzeichnet Gesetze, ist für Begnadigungen zuständig und hat vor allem repräsentative Aufgaben – er weiht beispielsweise Gebäude ein, besucht Pflegeeinrichtungen, Schulen und karitative Einrichtungen, eröffnet Museen und vieles mehr.
Finanzierung des norwegischen Königshauses
Das norwegische Königshaus wird über den Staatshaushalt finanziert. Der König und die Kronprinzessin erhalten eine jährliche Apanage, die vom Parlament (Storting) bewilligt wird. Damit werden die Gehälter der Angestellten, offizielle Reisen, Repräsentationspflichten und der Unterhalt der königlichen Residenzen bestritten.
Im internationalen Vergleich gilt das norwegische Königshaus als vergleichsweise bescheiden. Über das private Vermögen der Familie ist wenig bekannt.
Eine kurze Geschichte der norwegischen Monarchie
Die Geschichte der norwegischen Monarchie reicht weit zurück. Als erster König Norwegens gilt Harald Hårfagre (»Harald Schönhaar«), ein Wikinger, der um 870 mehrere Stämme auf dem Gebiet des heutigen Norwegens vereinte. Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von wechselnden Herrschern, internen Machtkämpfen und Unionszeiten: erst die Kalmarer Union mit Dänemark und Schweden, dann die lange dänische Herrschaft bis 1814 und anschließend die Union mit Schweden.
1905 löste Norwegen die Union mit Schweden auf und wurde endgültig unabhängig. Da das Land kein eigenes Königshaus mehr hatte, wählte man den dänischen Prinzen Carl zum neuen König. Dieser stellte allerdings eine Bedingung: Er wollte den Thron nur besteigen, wenn sich das norwegische Volk in einer Abstimmung für die Monarchie aussprechen würde. Fast 80 Prozent stimmten dafür.
Am 18. November 1905 nahm Prinz Carl die Wahl an und nannte sich fortan Haakon VII. – in Erinnerung an den letzten König des freien mittelalterlichen Norwegens. Sein Sohn Alexander wurde zu Olav, und über die Linie Olav V. und Harald V. sitzt heute Haralds Sohn auf dem Thron.
Die norwegische Königsfamilie im 2. Weltkrieg
Als die deutschen Truppen am Morgen des 9. April 1940 Norwegen angriffen, konnten die königliche Familie, die Regierung und die meisten Parlamentsabgeordneten rechtzeitig aus Oslo fliehen.
König Haakon VII. verweigerte sich anschließend den deutschen Forderungen nach einer neuen, deutschfreundlichen Regierung – eine Entscheidung, die bis heute als Schlüsselmoment der norwegischen Geschichte gilt.
König Haakon, Kronprinz Olav und die norwegische Regierung zogen zusammen in den Norden des Landes, um gemeinsam mit den Alliierten den militärischen Kampf fortzusetzen. Als die Alliierten sich zurückzogen, entschied sich der König, das Land zu verlassen. Am 7. Juni 1940 ging es ins Exil nach London. Von dort koordinierte die Exilregierung den norwegischen Widerstand für die nächsten fünf Jahre.
Kronprinzessin Märtha floh mit den drei Kindern des Kronprinzenpaares im April 1940 zunächst über die Grenze nach Schweden. Im August 1940 reisten sie auf Einladung von US-Präsident Franklin D. Roosevelt weiter in die Vereinigten Staaten. Die Beziehung zwischen Kronprinzessin Märtha und Roosevelt ist historisch gut dokumentiert und gab immer wieder Anlass zu Spekulationen über die Natur ihrer Freundschaft.
Deutschland kapitulierte am 8. Mai 1945. Kronprinz Olav und einige Minister kehrten bereits am 13. Mai zurück. König Haakon folgte zusammen mit Kronprinzessin Märtha und den Kindern am 7. Juni 1945 – auf den Tag genau fünf Jahre nach der Abreise ins Exil. Die Norweger feierten die Rückkehr der Königsfamilie überschwänglich.
Aktuelles aus dem norwegischen Königshaus
Das norwegische Königshaus durchlebt derzeit eine der turbulentesten Phasen seiner Geschichte. Am 28. August 2026 starb König Harald V. im Alter von 89 Jahren – bis zuletzt der älteste amtierende Monarch Europas. Mit seinem Tod ging der Thron unmittelbar auf seinen Sohn über, der seither als König Haakon VIII. regiert. Kronprinzessin Ingrid Alexandra rückte damit an die Spitze der Thronfolge.
Überschattet wird der Neuanfang von mehreren Krisen. Der Gesundheitszustand von Königin Mette-Marit und die Vorbereitung auf eine mögliche Lungentransplantation bewegen die norwegische Öffentlichkeit. Gleichzeitig hat der Prozess gegen Marius Borg Høiby, der im Februar 2026 begann, das Königshaus schwer belastet. Hinzu kommen Berichte über frühere Kontakte von Mette-Marit zu Jeffrey Epstein, die 2025 und 2026 neue Aufmerksamkeit erfahren haben.
Trotz aller Turbulenzen hat das norwegische Parlament (Storting) im Februar 2026 einen Antrag auf ein Referendum zur Abschaffung der Monarchie mit klarer Mehrheit abgelehnt. Die Monarchie bleibt damit fest in der norwegischen Verfassung verankert.
Häufige Fragen zur norwegischen Königsfamilie
Wie heißt der König von Norwegen?
Der aktuelle König von Norwegen heißt Haakon VIII. Er folgte am 28. August 2026 auf seinen verstorbenen Vater Harald V.
Wie heißt die Königin von Norwegen?
Die norwegische Königin heißt Mette‑Marit. Sie wurde als Mette-Marit Tjessem Høiby am 19. August 1973 in Kristiansand geboren und wurde mit der Thronbesteigung ihres Mannes im August 2026 Königin. Die Witwe des verstorbenen König Harald V., Königin Sonja (* 1937), trägt weiterhin ihren Titel als verwitwete Königin.
Wie heißt die norwegische Königsfamilie mit Nachnamen?
Die norwegische Königsfamilie gehört dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an. Einen bürgerlichen Nachnamen im üblichen Sinne führen die Mitglieder nicht. In der Öffentlichkeit werden sie als »von Norwegen« bezeichnet.
Wer ist Thronfolger in Norwegen?
Erste Thronfolgerin ist Kronprinzessin Ingrid Alexandra, die Tochter von König Haakon VIII. Ihr folgt ihr jüngerer Bruder Prinz Sverre Magnus (Platz zwei).
Wie viele Kinder hat Mette-Marit?
Königin Mette-Marit hat drei Kinder: Marius Borg Høiby (* 1997) aus einer früheren Beziehung sowie Kronprinzessin Ingrid Alexandra (* 2004) und Prinz Sverre Magnus (* 2005) mit König Haakon VIII.
Hat König Haakon Geschwister?
Ja, Haakon hat eine ältere Schwester: Prinzessin Märtha Louise, geboren am 22. September 1971.
Ist Norwegen ein Königreich?
Ja, Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie. Das bedeutet, dass der König das Staatsoberhaupt ist, die eigentliche politische Macht aber beim Parlament (Storting) und der Regierung liegt. Norwegen ist seit der Unabhängigkeit 1905 ununterbrochen ein Königreich.
Norwegischer König mit 6 Buchstaben?
HAAKON – der aktuelle König heißt Haakon VIII. Auch die früheren Könige HARALD (6 Buchstaben) und OLAV (4 Buchstaben) sind geläufige Kreuzworträtsel-Antworten.
Norwegische Königin mit 5 Buchstaben?
SONJA – die verwitwete Königin Sonja von Norwegen. Die amtierende Königin Mette-Marit hat zehn Buchstaben.