Feste & Feiern in Norwegen

Die Norweger feiern gern, deshalb gibt es auch um die zweihundert Feste in Norwegen. Alle christlichen Feiertage werden gefeiert, zudem gibt es viele landestypische Feiertage.
Feste Norwegen
In Oslo gibt es viele Festivals

Terje Borud/www.visitnorway.com

“Wiederbegrüßung der Sonne” und “Samische Festwoche”

Jedes Jahr findet in der zweiten Januarwoche eine Kulturwoche sowie das “Internationale Filmfestival Tromsø” statt. Eröffnet wird es traditionsgemäß bei völliger Dunkelheit sowie bei eisiger Kälte. Gezeigt werden hervorragende Filme und die “Wiederbegrüßung der Sonne” wird gefeiert.

Regelmäßig wird das Holmenkollen-Skifestival, welches am zweiten Wochenende in März in Oslo stattfindet, zu einem Volksfest verwandelt. Am Wochenende vor Ostern kommen die Fans von Jazz sowie internationaler Volksmusik in Voss, in Westnorwegen beim “Vossajazz” auf ihre Kosten.

Ostern beginnt in Norwegen bereits am Gründonnerstag. Viele Norweger nutzen die Gelegenheit, das durch die Feiertage verlängerte Wochenende traditionell mit der Familie in einer “Hytte” beim Skifahren zu verbringen. Geruhsam wird das Fest im Kreis der Familie gefeiert, für viele Norweger ist Ostern wichtiger als Weihnachten.

In Nordnorwegen in Kautokeino sowie in Karasjok gibt es über Ostern das Osterfestival. Zur samischen Festwoche gehören Konzerte, Theater, Familienfeste, Hochzeiten sowie Rentierrennen und Schneescooterrennen.

Russefeiring und St. Hans

In den ersten Maiwochen beginnen die Russ oder Russefeiring, überall in Norwegen feiern die Schüler ihren Schulabschluss. Diese Tradition geht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Erkennbar sind die Jugendlichen an ihren blauen und roten Mützen. Nachdem die Examensprüfungen beendet sind, dauert es einige Wochen, bis die Zensuren bekannt gegeben werden. Während dieser Zeit finden überall in Norwegen die Russfeste statt.

Meistens enden die Russfeste mit einem großen Umzug am 17. Mai, es ist der norwegische Nationalfeiertag. Gefeiert wird er seit 1814, und zwar mit Umzügen, mit Reden sowie mit Musik, an diesem Tag tragen die Norweger ihre Nationaltrachten. Inzwischen haben sich die Feierlichkeiten zu einem Frühlingsfest entwickelt.

In Bergen gibt es jedes Jahr Ende Mai die internationalen Bergen-Festspiele, während dieser Woche gibt es viele Konzerte, Straßenmusik, Spontankunst sowie Theateraufführungen.

Am ersten Juniwochenende findet das “Hardanger Musikfestival” mit Volksmusik, Kammermusik sowie Kirchenmusik statt. Hier komponierte Edvard Grieg viele bekannte Stücke.

Ende Juni findet dann, wie überall in Skandinavien, das Mittsommerfest statt. Genannt wird es Sankt Hans, Sankt Hansaften oder Jonsok, zur Erinnerung an Johannes den Täufer. Verbunden wurde die Johannisnacht mit der Sommersonnenwende und findet immer 23. Juni statt. Gefeiert wird mit der Familie und Freunden am Strand oder am Seeufer mit einem Lagerfeuer.

Das Risør Kammermusikfestival findet jährlich Ende Juni fünf Tage lang am Skagerrak statt. Gestaltet wird es von Nachwuchskünstlern. In der ersten Juliwoche gibt es ein Open-Air-Festival, das Quart-Festival in Kristiansand. Zum Moldejazz mit Clubbands und Weltstars treffen sich die Jazzfans in der dritten Juliwoche in Molde.

Der 29. Juli ist der Sankt-Olavs-Tag, der Feiertag erinnert an König Olaf Haraldssøn, den Heiligen, er fiel im Jahr 1030 bei Stiklestad. Gefeiert wird der Tag mit historischen Aufführungen beispielsweise in Verdal bei Trondheim mit dem “Spiel vom Heiligen Olav”.

In Haugesund gibt es in der zweiten Augustwoche das Jazzfestival “Sildajazz” mit traditionellem Jazz.

Julenissen und Lille julaften

Eingeläutet wird die Weihnachtszeit mit dem Lucia-Fest am 13. Dezember, welches in den Kindergärten und Schulen gefeiert wird. Die Erwachsenen feiern in der Vorweihnachtszeit “Julebord”, es sind Weihnachtsessen die von Freunden oder Arbeitgebern veranstaltet werden. Mit der Sjursmesse oder Lille julaften am 23. Dezember wird traditionell ein kleines Vorweihnachtsfest gefeiert. Weihnachten ist aber, wie in Deutschland am 25. und 26. Dezember.

Traditionell gibt es am Heiligabend zum Mittagessen Milchreis mit einer versteckten Mandel. Der Finder erhält ein kleines Geschenk und soll im nächsten Jahr viel Glück haben. In Norwegen bringt der Julenissen die Geschenke, es ist ein kleiner Troll, der im Stall, in der Scheune oder auf dem Dachboden lebt. Früher half er bei der Versorgung der Tiere. Das Weihnachtsfest dauert in Norwegen 20 Tage und endet am 13. Januar mit dem “Tyvendedags jul” mit einem kleinen Fest. Dabei wird der Weihnachtsbaum geplündert und entsorgt.

Das Jahr endet mit der Silvesternacht, die eine Verbindung vom alten zum neuen Jahr darstellt. Diese Nacht wird mit der Familie und Freunden gefeiert.

Weihnachtsfest Norwegen

Frohe Weihnachten heißt auf Norwegisch „Gledelig Jil“ oder „God Jul“. Das Weihnachtsfest hat seinen Ursprung in alten Mittwinter- und Erntebräuchen. Gefeiert wurde dabei das Sonnenwendefest, dessen Symbol für die Sonne ein Rad (norwegisch: hjul) ist.