Tanken in Norwegen: Aktuelle Diesel- und Benzinpreise, Tankstellen & Tipps

Was kostet Tanken in Norwegen?
Kurze Antwort: viel. Norwegen gehört im Frühjahr 2026 zu den drei Ländern mit den höchsten Spritpreisen weltweit.
Die aktuellen Literpreise (April 2026) bewegen sich grob in folgendem Rahmen:
- Diesel: rund 18–24 NOK pro Liter (umgerechnet etwa 1,65–2,15 Euro)
- Benzin Super 95: rund 20–26 NOK pro Liter (umgerechnet etwa 1,80–2,30 Euro)
- Benzin Super Plus 98: rund 22–28 NOK pro Liter (umgerechnet etwa 2,00–2,55 Euro)
Diese Spannen sind so weit, weil die Tagespreise stark schwanken und sich regional deutlich unterscheiden. In abgelegenen Gegenden, vor allem im hohen Norden, kommen pro Liter noch einmal 0,50 bis 0,80 NOK obendrauf.
Wer durch Finnmark oder ins Lyngenfjord-Gebiet aufbricht, sollte jede halbwegs vernünftig gepreiste Tankstelle mitnehmen und nicht testen, wie weit eine Füllung wirklich reicht.
Aktueller Dieselpreis in Norwegen
Diesel ist in Norwegen aktuell etwas günstiger als Benzin – ein kleiner Sonderfall in Skandinavien, denn in Schweden ist es genau andersherum. Im April 2026 zahlst du je nach Region und Anbieter zwischen 18 und 24 NOK pro Liter, also etwa 1,65 bis 2,15 Euro.
Treiber für die hohen Preise sind vor allem die norwegischen Steuern: Sie machen mehr als die Hälfte des Endpreises aus. Das ist Absicht – Norwegen subventioniert keine fossilen Kraftstoffe und nutzt die Abgaben gezielt, um den Umstieg auf E-Mobilität zu beschleunigen.
Aktueller Benzinpreis in Norwegen
Für einen Liter Super 95 (»Bensin 95« oder »Blyfri 95«) zahlst du je nach Tag und Tankstelle 20 bis 26 NOK – also rund 1,80 bis 2,30 Euro. Super Plus 98 (»Bensin 98« oder »V-Power Nitro+98«) liegt nochmal deutlich darüber. Im März 2026 wurde mit über 26 NOK pro Liter ein neuer Rekord erreicht, ausgelöst durch die Lage im Nahen Osten.
E10 – also Benzin mit bis zu 10 % Bioethanol – ist in Norwegen bisher kaum verbreitet. Das Standard-Super hat 5 % Ethanol-Anteil, 98-Oktan-Benzin ist meistens noch zu 100 % fossil.
Spritpreise nach Region: Oslo, Bergen, Tromsø & Co.
Die Preise schwanken nicht nur tageweise, sondern auch regional. Grobe Orientierung für deine Routenplanung:
- Oslo, Bergen, Stavanger: meist im günstigeren Drittel der Spanne
- Trondheim, Kristiansand: ungefähr Landesdurchschnitt
- Bodø, Tromsø, Alta: spürbar teurer, oft 0,50 NOK pro Liter mehr
- Finnmark und entlegene Fjordstrecken: Aufschläge bis 0,80 NOK pro Liter, gleichzeitig größere Tankstellenabstände
Wenn du auf der E6 Richtung Nordkap unterwegs bist, plane den Tankrhythmus eher konservativ. Zwischen Lakselv und Honningsvåg gibt es Strecken, auf denen du froh bist, eine offene Tankstelle zu finden – im Winter erst recht.
Wie heißen Benzin und Diesel in Norwegen?
An der Zapfsäule findest du die Kraftstoffe unter folgenden Bezeichnungen:
- Super Benzin (95 Oktan): Bensin 95, Blyfri 95, FuelSave 95
- Super Plus (98 Oktan): Bensin 98, Blyfri 98, V-Power Nitro+98
- Diesel: Diesel (mit 7 % Biodieselanteil oft als »B7-Diesel« beschriftet, reiner fossiler Diesel als »B-Null«)
Im Winter findest du an vielen Tankstellen zusätzlich »Polardiesel«, der bis minus 40 Grad fließfähig bleibt – relevant, wenn du tief in den Norden willst.
Vorsicht: Steuerfreier Diesel (avgiftsfri Diesel)
An manchen Tankstellen taucht eine Säule auf, an der ein deutlich günstigerer Diesel angeboten wird – meist beschriftet mit »avgiftsfri Diesel« oder farblich abgesetzter Zapfpistole. Finger weg. Dieser unversteuerte Diesel ist Busunternehmen, Landwirtschaft und ähnlichen Betrieben vorbehalten. Wirst du bei einer Kontrolle erwischt, drohen 20.000 NOK Bußgeld für einen Pkw, bei Wohnmobilen entsprechend mehr.
Falls dir das Missgeschick doch passiert, melde es zügig dem norwegischen Finanzamt (Skatteetaten). Das ist deutlich günstiger, als auffliegen zu lassen, und in der Regel auch unbürokratischer als gedacht.
AdBlue in Norwegen
Wenn du einen modernen Diesel fährst, brauchst du AdBlue. In Norwegen ist die Versorgung gut: An den meisten größeren Tankstellen entlang der Hauptachsen findest du AdBlue an der Zapfsäule, oft separat ausgeschildert.
Kleinere Mengen im Kanister bekommst du an fast jeder Tankstelle und in Baumärkten wie »Biltema« oder »Jula«. Preislich liegst du an der Zapfsäule meist im Bereich 1,50–2,00 Euro pro Liter, im Kanister entsprechend mehr.
In abgelegenen Regionen wird die Auswahl dünner. Hier rechtzeitig nachfüllen, statt sich auf die nächste Tankstelle zu verlassen.
LPG/Autogas in Norwegen
Mit Autogas bist du in Norwegen klar in der Minderheit. Es gibt landesweit nur rund 80 öffentliche LPG-Tankstellen, vor allem im Süden und entlang der Hauptverbindungen. Die Preise liegen umgerechnet bei etwa 1,30 bis 1,50 Euro pro Liter.
Wichtig vor der Reise: Zur Betankung mit Autogas brauchst du in Norwegen einen Adapter mit Bajonett-Anschluss. Eine aktuelle Übersicht aller LPG-Tankstellen findest du unter mylpg.eu.
Tankstellen in Norwegen: Karte, Netz und Ketten
Aktuell gibt es rund 1.600 Tankstellen in Norwegen – zum Vergleich: In Deutschland sind es etwa 14.000. Im Süden findest du fast alle 30 bis 50 Kilometer eine Möglichkeit zu tanken.
Im Norden, vor allem in Finnmark und auf entlegenen Fjordstrecken, können zwischen den Stationen schon mal 100 Kilometer und mehr liegen. Plane das aktiv mit ein.
Die großen Tankstellenketten in Norwegen sind:
- Circle K (früher Statoil) – das größte Netz, viele Stationen mit App und 24/7-Automaten
- Shell – stark in Ballungsräumen
- Esso – flächendeckend
- Uno-X – günstig, oft Selbstbedienung
- YX – breites Netz im Norden
- Best – kleinere Kette, meist günstig
Eine Tankstellenkarte und tagesaktuelle Preise findest du unter gulesider.no oder in der App drivstoffappen.no. Beide funktionieren auch ohne norwegisches Konto.
Öffnungszeiten
Norwegische Tankstellen öffnen meist zwischen 7 und 22 Uhr, in Ballungsräumen gibt es einzelne 24/7-Stationen. Auf dem Land kann es am Sonntag schon mal früher zu sein. SB-Säulen (»automatstasjoner«) laufen außerhalb der Öffnungszeiten weiter, sofern Kreditkartenzahlung möglich ist.
Tanken in Norwegen mit EC-Karte oder Kreditkarte?
Hier liegt der häufigste Stolperstein für deutsche Reisende. Plane fest mit einer Kreditkarte (Visa oder Mastercard) und einer vierstelligen PIN. Die in Deutschland übliche Girocard (früher EC-Karte, Maestro/V-Pay) wird an vielen Tankautomaten nicht akzeptiert. Sparkassen-Karten funktionieren häufig nur an bemannten Stationen, nicht am Automaten.
Bargeld ist in Norwegen ohnehin auf dem absteigenden Ast. An bemannten Tankstellen kannst du in der Regel zwar noch bar zahlen, aber das ist eher die Ausnahme. Apps wie die Circle-K-App funktionieren auch für Touristen, sind aber meist mehr Aufwand als Nutzen, wenn du nur ein paar Tage im Land bist.
Praktischer Tipp: Eine zweite Kreditkarte als Backup im Handschuhfach lohnt sich. Falls die erste nicht akzeptiert wird, hast du immer eine Alternative.
Apps für Spritpreise und Tankstellen in Norwegen
Tagesaktuelle Preise direkt aufs Handy bekommst du mit drei Tools:
- drivstoffappen.no: Crowd-basierte App, zeigt aktuelle Preise und die nächsten Tankstellen in deiner Umgebung. Ohne Anmeldung nutzbar, gibt es für iOS und Android.
- gulesider.no: Das norwegische Branchenverzeichnis hat eine ordentliche Tankstellenkarte mit Filterfunktion, läuft auch im Browser.
- Circle K App: Wenn du viel über die größte Kette tankst, lohnt sich die App. Sie zeigt eigene Preise und ermöglicht Zahlung direkt aus der App.
Für die reine Routenplanung mit Tankstopps reicht meist Google Maps – einfach »tankstelle in der nähe« suchen, dann hast du die nächsten Optionen samt Bewertung.
Tanken: Norwegen, Schweden oder Dänemark?
Wenn du mit dem Auto über Dänemark und Schweden anreist, lohnt sich ein Blick auf die Preisunterschiede. Grobe Orientierung für April 2026 (Liter):
| Land | Diesel | Super 95 |
|---|---|---|
| Deutschland | 1,80–2,15 € | 1,75–2,10 € |
| Dänemark | 1,85–2,00 € | 1,90–2,05 € |
| Schweden | 1,70–1,85 € | 1,55–1,75 € |
| Norwegen | 1,65–2,15 € | 1,80–2,30 € |
| Finnland | 1,75–1,90 € | 1,80–1,95 € |
Die Faustregel: Benzin ist in Schweden teils deutlich günstiger – bis zu 25 Cent pro Liter weniger als in Norwegen. Wenn du mit einem Benziner unterwegs bist, lohnt sich definitiv noch ein letzter Tankstopp kurz vor der norwegischen Grenze.
Beim Diesel ist die Sache enger. Die Preise zwischen Schweden und Norwegen liegen oft so dicht beieinander, dass sich der Aufwand kaum lohnt – manchmal ist Diesel in Norwegen sogar minimal günstiger. Ein Blick in die App vor der Grenze schadet trotzdem nicht.
In Dänemark sind beide Kraftstoffe meist teurer als in Schweden. Wer aus Hirtshals oder Frederikshavn mit der Fähre rüber will, tankt vor der Überfahrt am besten in Schweden voll – wenn die Route es zulässt.
E-Auto laden in Norwegen: Kosten und Ladesäulen
Wenn du in Norwegen unterwegs bist, fällt dir spätestens auf der ersten Fjordfähre auf, was hier los ist: Verbrenner sind in der Minderheit. 2025 lag der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen bei knapp 96 Prozent, im Dezember 2025 bei fast 98 Prozent, und im März 2026 wurde mit 98,4 Prozent ein neuer Monatsrekord aufgestellt.
Norwegen hat sein Ziel »ab 2025 nur emissionsfreie Neuwagen« damit faktisch erreicht. Auch im Bestand haben E-Autos die Diesel inzwischen überholt.
Für dich als Reisenden heißt das: Die Ladeinfrastruktur ist gut. Im Süden sehr gut, im Norden wenigstens entlang der Hauptachsen flächendeckend. Landesweit findest du je nach Quelle zwischen 17.000 und knapp 20.000 öffentliche Ladepunkte und mehrere Tausend Schnelllader. An den großen Routen taucht alle 50 Kilometer mindestens eine Schnellladestation auf.
Was kostet das Laden eines E-Autos in Norwegen?
Genau wie beim Sprit gibt es keine landesweit einheitlichen Preise. Üblich sind in NOK pro kWh:
- AC-Laden (bis 22 kW): rund 2,50–5,50 NOK
- DC-Schnellladen (50 kW): rund 4,50–7,00 NOK
- DC-High-Power (über 50 kW): rund 5,00–7,50 NOK
Bei einem Wechselkurs um 11 NOK pro Euro reden wir also über 0,40 bis 0,70 Euro pro kWh. Vergleichen lohnt – die Spreizung ist erheblich, und gerade bei den HPC-Säulen sind die Anbieterunterschiede groß.
Ladesäulen in Norwegen finden
Eine Karte mit allen wichtigen Ladestationen findest du unter goingelectric.de oder über die App A Better Routeplanner (ABRP), die direkt Routen mit Ladestopps plant. Auch Plug & Share und ADAC Drive sind brauchbar. Größte Anbieter vor Ort sind Mer (früher Grønn Kontakt), Recharge, Eviny und Ionity.
Mit dem eigenen E-Auto nach Norwegen
Die Vorteile, die früher fast schon legendär waren, sind ein Stück weit eingedampft, lohnen sich aber immer noch. E-Autos zahlen auf Mautstrecken höchstens 70 Prozent des regulären Preises, in vielen Kommunen weniger oder gar nichts – und in Oslo und Bergen liegt die Citymaut für E-Autos deutlich unter dem Verbrennertarif.
Auf Fähren in Norwegen bekommst du in der Regel 50 Prozent Rabatt, manche Inlandsfähren sind für E-Fahrzeuge sogar kostenlos. Voraussetzung ist meist eine vorherige Registrierung bei AutoPASS oder Epass24.
Ein Punkt, der gern übersehen wird: Einige Reedereien transportieren E-, Hybrid- und Wasserstofffahrzeuge nicht oder nur eingeschränkt – aus Brandschutzgründen. Wenn du mit Color Line, Fjord Line oder anderen rüber willst, prüfe das vor der Buchung. Im schlimmsten Fall stehst du sonst am Terminal und kommst nicht aufs Schiff.
Mit dem Wohnmobil tanken in Norwegen
Auch mit dem Wohnmobil ist Tanken in Norwegen unkompliziert – die meisten Tankstellen entlang der Hauptachsen haben ausreichend hohe Vordächer und gut erreichbare Zapfsäulen.
Beachte nur die Einfuhrregelung: Bis zu 600 Liter im serienmäßig eingebauten Tank sind erlaubt, plus 10 Liter im Reservekanister. Auf der Fähre kann die Mitnahme von Reservekanistern aus Sicherheitsgründen verboten sein – kurz bei deiner Reederei nachfragen.
Häufige Fragen zum Tanken in Norwegen
Was kostet Diesel in Norwegen?
Aktuell (April 2026) liegt der Dieselpreis in Norwegen zwischen 18 und 24 NOK pro Liter, was ungefähr 1,65 bis 2,15 Euro entspricht. Im hohen Norden zahlst du nochmal 0,50 bis 0,80 NOK pro Liter mehr.
Was kostet Benzin in Norwegen?
Super 95 kostet aktuell rund 20–26 NOK pro Liter, also etwa 1,80 bis 2,30 Euro. Damit gehört Norwegen zu den drei Ländern mit den höchsten Benzinpreisen weltweit.
Wie heißt Diesel in Norwegen?
Diesel heißt auch in Norwegen »Diesel«. Der reguläre Kraftstoff mit 7 % Bioanteil wird oft als »B7-Diesel« bezeichnet, reiner fossiler Diesel als »B-Null«. Vorsicht bei »avgiftsfri Diesel« – das ist steuerfreier Diesel und nur für gewerbliche Nutzer zugelassen.
Kann ich in Norwegen mit deutscher EC-Karte tanken?
Eingeschränkt. Die deutsche Girocard wird an vielen Tankautomaten nicht akzeptiert. Plane fest mit einer Kreditkarte (Visa oder Mastercard) plus vierstelliger PIN ein. An bemannten Tankstellen klappt die Girocard öfter, aber verlassen würde ich mich darauf nicht.
Wo ist Diesel günstiger – Norwegen oder Schweden?
Beim Diesel ist der Unterschied gering. Mal ist Schweden ein paar Cent günstiger, mal Norwegen. Beim Benzin ist Schweden klar günstiger – hier lohnt sich der letzte Tankstopp vor der norwegischen Grenze.
Wie tankt man in Norwegen?
Genauso wie in Deutschland: Zapfsäule wählen, tanken, bezahlen. An SB-Automaten zahlst du direkt vor dem Tanken mit Kreditkarte und PIN, oft wird ein höherer Betrag als Sicherheit reserviert und nach dem Tanken die Differenz zurückgebucht. An bemannten Stationen erst tanken, dann an der Kasse zahlen.
Was kostet Laden für ein E-Auto in Norwegen?
Pro kWh zahlst du je nach Anbieter und Ladeleistung zwischen 0,40 und 0,70 Euro. Schnellladen ist tendenziell teurer als AC-Laden, im europäischen Vergleich sind die Preise aber moderat.