Königliches Armeemuseum in Stockholm

Stockholm Armémuseum

Das Königliche Armeemuseum in Stockholm (Foto: Sven Pettersson/armemuseum.se)

Das Königliche Armeemuseum, das sich seit 1879 im alten Zeughaus im Artillerigården befindet, ist eines der schönsten historischen Museen in Schweden. Das über 250 Jahre alte Gebäude wurde in den 1990er Jahren umgebaut und im Jahr 2000 neu eröffnet. Die völlig neuen Ausstellungen zeigen auf drei Etagen die schwedische Geschichte seit der Wikingerzeit.

In realistischen Szenen mit lebensgroßen Puppen werden Kopien von Uniformen und Waffen veranschaulicht, während Originalgegenstände in Schaukästen ausliegen. Die Ausstellungen beginnen in der dritten Etage  mit der Wikingerzeit und enden im Jahre 1900. In der zweiten Etage ist die Zeit ab 1901 bis zur Gegenwart untergebracht, und im Erdgeschoss befindet sich die Geschichte der Artillerie.

Im Museum gibt es außerdem Themenräume zu Krankheiten und Sanitätswesen, freiwilligen Soldaten, Vergehen und ihre Bestrafung sowie zu Tieren im Krieg. In der Trophäenkammer werden kostbare Schätze gezeigt, die schwedische Soldaten in Kriegen erbeutet haben, wie zum Beispiel Fahnen, Standarten und Musikinstrumente.

Die Raoul Wallenberg-Ausstellung

Eine der interessantesten Ausstellungen im Museum ist die zu dem wohl weltweit bekanntesten Schweden, dem Diplomaten Raoul Wallenberg, der von Juli 1944 bis Januar 1945 in Budapest sein Leben für die vom Tode bedrohten ungarischen Juden einsetzte. Wallenberg, der einer berühmten schwedischen Bankiers- und Unternehmerfamilie angehörte, wurde 1912 auf Lidingö bei Stockholm geboren.

Nach seinem Studium der Architektur in den USA sowie einem Aufenthalt in Südafrika kehrte er 1936 nach Schweden zurück, um bei der Central European Trading Company zu arbeiten. Der Besitzer der Firma konnte als Jude nicht in die von Nazis besetzten oder kollaborierenden Teile Europas reisen, weshalb sich Wallenberg anbot, dies an seiner Stelle zu tun. Wallenberg war schockiert von der durch deutsche Nazis organisierten und durch ungarische Kräfte ausgeführten Judendeportation.

Durch den Einfluss seiner Familie war es ihm möglich, am 9. Juli 1944 als erster Sekretär der schwedischen Gesandtschaft mit Unterstützung des US-War Refugee Boards nach Budapest zurückzukehren, um mit Unterstützung der schwedischen Regierung Maßnahmen zur Rettung der dortigen Juden anzustreben. Seine Regierung hatte ihm eine von einem schwedischen Diplomaten in Ungarn erstellte Liste mit etwa 800 ungarischen Personen mit Beziehungen zu Schweden mitgegeben, deren Aufnahme Schweden garantierte.

Wallenberg verteilte unter dem Schutz seines diplomatischen Status sogenannte schwedische Schutzpässe, welche die Inhaber als schwedische Staatsbürger identifizierten, die ihre sichere Repatriierung erwarteten. Obwohl diese Pässe keine völkerrechtlich verbindliche Bedeutung hatten, wurden sie von ungarischen und deutschen Behörden anerkannt, wenn auch gelegentlich mit Bestechung nachgeholfen werden musste. Wallenberg organisierte die Unterbringung seiner Schützlinge in über 30 Schutzhäusern, wobei er sich Tarnungen, wie „Schwedische Bibliothek“ oder „Schwedisches Forschungsinstitut“ einfallen ließ und die Gebäude mit schwedischen Flaggen dekorierte.

Da der Diplomat sich auch nach der Eroberung von Budapest durch die Rote Armee weiterhin für seine Schützlinge einsetzen wollte, plante er, den sowjetischen Kommandanten zu treffen. Auf dem Weg zu ihm wurde er jedoch nach Moskau verschleppt und blieb seitdem verschollen. Über sein Schicksal gibt es die widersprüchlichsten Aussagen. 1957 behauptete die damalige Sowjetunion, Wallenberg sei 1947 in einer Gefängniszelle an Herzversagen gestorben, ein ehemaliger KGB-Offizier behauptete jedoch , er sei im selben Jahr während eines Verhörs ums Leben gekommen, und andere wiederum wollen ihn noch 1981 in russischen Lagern gesehen haben. Es wird wohl nie ans Licht kommen, was wirklich mit Raoul Wallenberg geschah.

Öffnungszeiten:

Das Museum, das sich in der Riddargatan 13 im Stadtteil Östermalm befindet, ist Dienstag von 11.00 bis 20.00 Uhr und
Mittwoch bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr
geöffnet. Montags sowie an Neujahr, den Weihnachts- und Osterfeiertagen ist es geschlossen.

Lage und Anfahrt: