Kunst in Finnland

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Kunst Finnland
Im Kunstmuseum Ateneum in Helsinki

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Finnische Kunst

Erst im 19.Fahrhundet bildet sich eine eigenständige finnische Kunst. Mit der herrschaftlichen Trennung von Schweden können die finnische Malerei und die finnische Bildhauerei ihren eigenen international anerkannten Stil entwickeln. Finnisches Design wurde international bekannt durch die Entwürfe von Alvar Aalto aus den 1930er Jahren und weitere Design-Erfolge finnischer Designer in den 1950er Jahren.

Das Mittelalter und die Renaissance im 13. bis 16. Jahrhundert

In den Steinkirchen des Mittelalters ist eine sakrale aber als primitiv eingeschätzte Kunstsprache zu finden, mit Ausnahme des frühgotischen Dekors.
Die Kirche von Kalanti wurde vom ersten namentlich genannten finnischen Künstler Petrus Henriksson ausgemalt. Auf Veranlassung von Bischof Konrad Bitz kam 1470 Petrus Henriksson aus Schweden nach Finnland um sich an der Kirche von Kalanti zu verewigen.
Weitere gut erhaltene Beispiele für die finnische Kunst der Spätgotik finden sich in den Fresken der Kirchen von Lohja und Rymättylä aus dem 16. Jahrhundert.

Die Blütezeit der Sakralkunst in Finnland endete nach der Reformation unter König Gustav I. Wasa. Die Zeit der Renaissance beginnt in Finnland. Weitere Kirchen wurden trotz der Reformation mit Wandmalereien versehen. Beispiele finden sich in den Fresken der Kirche von Isokyrö um 1560 und in den Werken des Christian Willebrandt (1637–1677).

Barock und Klassizismus in Finnland im 17. und 18. Jahrhundert

Der finnische Adel beauftragte vor allem Porträts, die heute von der Malerei des Barock in Finnland zeugen. Bekannte Porträtmaler der Zeit waren Joachim Neiman (um 1602–1673) und der finnische Künstler Elias Brenner (1647–1717).
Im 18. Jahrhundert erfuhr die Kirchenmalerei in Finnland einen erneuten Aufschwung. Der Spätbarock wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch den gustavianischen Klassizismus abgelöst.

Russische Herrschaftszeit im 19. Jahrhundert

Der schwedische Einfluss auf die finnische Malerei hatte auch nach der Besetzung Finnlands durch Russland 1809 weiterhin Bestand.
Die Grundlage für eine selbstständige Entwicklung der finnischen Malerei konnte erst 1846 durch die Gründung des finnischen Kunstvereins und dessen Zeichenschule in Helsinki 1848 gelegt werden. Die finnischen Künstler des 19. Jahrhunderts standen Anfangs sehr stark unter deutschem künstlerischem Einfluss.

Das „goldene Zeitalter“ in Finnland von 1880 bis 1910

Es bezeichnet die Periode der finnischen Kunst zwischen 1880 und 1910. Finnland brachte in dieser Zeit erstmals Künstler hervor, die auch über die Landesgrenzen hinweg bekannt wurden. Das Streben nach einer finnischen nationalen Identität und der Zuwendung der Kunst zu finnisch-nationalen Themen spiegelt sich in der Kunst wieder.
Der französische Einfluss aus Paris, in dem sich eine kleine skandinavische Künstlerkolonie bildete, ist in verschiedenen Werken zu finden.

Albert Edelfelt (1854–1905) und Akseli Gallen-Kallela (1865–1931) führten den Realismus in die finnische Malerei ein. Die Gemälde der Zeit schilderten das finnische Volksleben und zeigten winterliche Landschaften in Finnland.

Die Zeit der Moderne in Finnland

Bereits in den 1880er Jahren hatten sich einige finnische Maler dem Impressionismus zugewandt. Jedoch blieb die finnische Kunst im angehenden 20. Jahrhundert noch der Nationalromantik verhaftet. Die Ära der Moderne in der finnischen Kunstgeschichte begann erst ab 1910 unter den Einflüssen von Magnus Enckell (1870-1925), Yrjö Ollila (1887–1932) und Verner Thomé (1878–1953).

Die finnische Kunst erlebte mit dem Einzug der "Informellen Kunst" einen radikalen Umbruch. Mit der Materialkunst und der Objektkunst wurden gänzlich neue Kunstformen in Finnland eingeführt. Zu den wichtigsten Konstruktivisten der modernen finnischen Kunst gehören Juhana Blomstedt (geb. 1937) und Matti Kujasalo (geb. 1945). Eine neoexpressionistische Richtung der Kunst in Finnland folgte Anfang der 1980er Jahre.

Finnisches Design

Mit der Entstehung der industriellen Konsumgüterfabrikation Ende des 19. Jahrhunderts beginnt auch das finnische Design. Der Vorläufer der heutigen Hochschule für Kunst und Design in Helsinki eröffnete 1871 eine Kunstgewerbeschule.

1874 wurde die Keramikfirma Arabia und 1881 die Glasfabrik Iittala gegründet, und wurden später zu wichtigen Produzenten finnischer Designware.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen auch finnische bildende Künstler und Architekten mit der künstlerischen Gestaltung von Objekten. Alvar Aalto (1898–1976) betätigte sich seit den 1930er Jahren als Designer. Bekannte funktionalistische Designarbeiten und Möbelstücke, der dreibeinige Hocker aus dem Jahr 1933 und die Savoy-Vase (1936) entwarf Aalto. Mit der Firma Artek vertrieb Aalto die von ihm entworfenen Möbel.

Weitere Ausstellungen finnischer Designer verhalfen dem finnischen Design zu gutem internationalen Ruf.