Sommerurlaub in Mittelschweden

Ein Sommerurlaub in Schweden muss nicht teuer sein. Mit der richtigen Unterkunft und Selbstverpflegung kannst du richtig Geld sparen. Hier bekommst du Tipps, für einen schönen und günstigen Urlaub in Mittelschweden.

Sommerurlaub Mittelschweden
Selbstversorger im Schweden-Urlaub

Moa Karlberg/imagebank.sweden.se

Ein Paradies für Selbstversorger

Skandinavien hat den Ruf, ziemlich teuer zu sein. Dies gilt auf jeden Fall für Norwegen und mit Abstrichen auch für Schweden. Dort kosten viele Lebensmittelprodukte etwas mehr und Alkoholika wie Bier und Wein sind deutlich teurer als hierzulande.

Wenn du deinen Sommerurlaub in Schweden verbringst und vorhast, dich in deiner privaten Unterkunft selbst zu versorgen, kannst du die besten schwedischen Delikatessen auch gänzlich kostenlos bekommen – die Rede ist von Fischen, Beeren und Pilzen. Schließlich ist gerade Mittelschweden mit seinen ausgedehnten Wäldern und unzähligen Seen ein Paradies für Outdoor-Fans, die zumindest für einige Wochen so leben möchten, wie es die Schweden im Sommer traditionell tun: Sie nutzen das, was die Natur ihnen gibt. Wir erklären, wie es geht.

Beeren direkt vom Strauch

Das Pflücken von Beeren ist aufgrund des schwedischen Jedermannsrechts zwar generell erlaubt, dennoch empfiehlt es sich, vorsichtshalber um Erlaubnis zu bitten, falls man in der Nähe der Fundstelle ein Wohnhaus sieht. Diese wilden Beeren sind am häufigsten zu finden; nimm einfach immer einen kleinen Eimer oder Korb mit, wenn du wandern oder spazieren gehst:

  • Blaubeeren: Ernten kannst du sie ab Juli; sie schmecken hervorragend mit Quark, mit schwedischer Dickmilch oder ganz traditionell als Blaubeersuppe.
  • Himbeeren: Sie sind ebenfalls ab Juli, spätestens aber im August reif. Du kannst sie genauso wie Blaubeeren mit typisch schwedischen Milchprodukten im Müsli oder als Nachspeise essen.
  • Preiselbeeren: Ihre Erntezeit beginnt im August; die herb-säuerlichen Beeren passen sehr gut zu deftigen Fleischgerichten wie einem Elch- oder Rentierbraten.
  • Moltebeeren: Sie wachsen nur in Nordeuropa, und dort in Moorgebieten. Aufgepasst: Pflücke nicht etwa die rosafarbenen Exemplare, denn reif sind diese Beeren erst, wenn sie gelb-orange gefärbt sind. In Schweden isst man sie traditionell mit Waffeln und/oder Eis.

Beeren solltest du vor dem Verzehr gründlich waschen, um dich nicht mit einem Fuchsbandwurm zu infizieren. Zwar gilt die Übertragung mittels kontaminierter Beeren unter Medizinern als sehr unwahrscheinlich, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht. Auf jeden Fall sinnvoll ist es, vor der Reise den Tetanus-Impfstatus überprüfen und gegebenenfalls eine Auffrischung vornehmen zu lassen. Brombeer- und Stachelbeersträucher geben ihre Früchte schließlich nicht ohne weiteres her, schnell hast du dich an den spitzen Dornen oder Stacheln gestochen.

Frischer Fisch aus dem See

Wer in Schweden fischen möchte, braucht fast überall eine Angelkarte, die es bei den Informationsstellen für Touristen, in Sportgeschäften und bei iFiske gibt. Wenn du ein Ferienhaus direkt an einem See gebucht hast, steht dir eventuell auch ein Steg nebst Boot zur Verfügung. Es empfiehlt sich, bei der Buchung auf eine entsprechende Ausstattung zu achten.

Eine Tageskarte kostet je nach Gewässer circa 50 bis 100 kr, in Ausnahmefällen auch mehr. Für die meisten Seen gibt es auch eine Wochenkarte, die rund 150 bis 250 kr kostet. An den großen Seen Vättern, Mälaren, Vänern und Hjälmaren ist eine Angelkarte nicht erforderlich. Wenn du Angeln nicht als Hobby betreiben möchtest, sondern lediglich im Urlaub den einen oder anderen Fisch auf den Grill legen möchtest, erwirbst du eine einfache Teleskoprute mit 2 bis 2,40 m Länge plus Schwimmer und unterschiedliche Haken.

Außerdem erforderlich sind einige Köder – für Hechte, Forellen, Zander und Barsche –, ein Messer, ein Kescher, ein Eimer sowie eine Zange, um den Haken vom Fisch zu entfernen. Nun kannst du den Fisch entweder sofort wieder zurück ins Wasser lassen oder ihn möglichst schnell und waidgerecht töten. Anschließend wird der Fisch ausgenommen, entschuppt und zubereitet – am besten auf dem Grill.

In die Pilze gehen

Am besten beschränkst du dich auf wenige Pilzarten, die du anhand eindeutiger Merkmale sicher bestimmen kannst. Falls du Pilze bisher nur aus dem Gemüseregal des Supermarktes gesammelt hast, nimmst du dir nicht nur ein gutes, aktuelles Pilzbuch (sowie ein kleines, scharfes Messer und einen Korb) mit, sondern zeigst deinen Fund anschließend noch jemandem, der Ahnung hat. Ein Pilz in natura sieht nämlich oft anders aus als die idealtypische Abbildung im Buch.

Für Anfänger geeignet sind Röhrenpilze, denn selbst die wenigen giftigen Vertreter sind nicht arg gefährlich. Kleiner Tipp zum Schluss: Zieh lange Hosen und Gummistiefel an, wenn du vorhast, in die Beeren oder Pilze zu gehen. Weitere sehr nützliche Hinweise gibt es auf dieser Website.

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