Bergsteigen in Norwegen: Die schönsten Gipfeltouren und wertvolle Tipps für Kletter-Fans

Norwegen ist ein regelrechtes Bergwanderparadies und ein perfektes Reiseziel für Outdoor- und Aktivurlauber. Allerdings sind die weiten, unberührten und unbewohnten Landstriche für Mitteleuropäer auch eine Herausforderung: Auf vielen längeren Wanderrouten sucht man zivilisatorische Annehmlichkeiten oder ein dichtes Ärzte- und Apothekennetz vergeblich. Unsere Tipps für erfolgreiche Touren in den norwegischen Fjells.

Bergsteigen Norwegen
Die raue Landschaft im Jotunheimen-Gebirge

Thomas Rasmus Skaug / Visitnorway.com

Die schönsten Touren: Jotunheimen oder doch lieber zur bekannten Trolltunga?

Es ist fast unmöglich, die unzähligen lohnenswerten Fjelltouren Norwegens auf eine Handvoll Empfehlungen zu reduzieren. Daher an dieser Stelle zunächst der Verweis auf das Portal outdooractive.com, das an dieser Stelle eine Vielzahl empfehlenswerter Bergwandertouren in Norwegen gesammelt hat. Darunter auch eine Rundtour durch Jotunheimen, die über rund 83 Kilometer unter anderem die Überschreitungen von Galdhoppigen und Glittertinden beinhaltet – den zwei höchsten Gipfeln Skandinaviens.

Keine Frage, dass diese Tour der Superlativen keine Wünsche für Wanderherzen offen lässt: Gletscher, Ausblick auf Berge und Seen, Durchschreiten von Hochtälern und schließlich – als krönender Abschluss – eine Wanderung über den Besseggengrat. Die Schwierigkeit dieser Tour wird als "schwer" angegeben. Daher sollten nur geübte Bergwanderer mit guter Kondition und Klettererfahrung die Auf- und Abstiege wagen.

Kaum leichter, aber nicht minder beeindruckend ist eine Wanderung zur Trolltunga (übersetzt: "Trollzunge"), die es dank Instagram – leider muss man sagen – zu absoluter Weltberühmtheit gebracht hat. Der Felsvorsprung ist an landschaftlicher Schönheit, Einmaligkeit und Aussicht kaum zu übertreffen. Doch seit abertausende Fotos in sozialen Netzwerken die Runde machen, ist der Ort leider stark überlaufen. Daher: Möglichst nicht zu beliebten Ferienzeiten oder an Wochenenden kommen.

Bergwanderungen in Norwegen: Wie bereitet man sich am besten vor?

Um in den Genuss dieser und ähnlicher Touren zu kommen, sollte man sich vorab gut vorbereiten. Das heißt: Training, Training, Training. Eine nur etwa 11 Kilometer lange Wanderung zur Trolltunga klingt leicht, ist aber mit schwerem Rucksack und aufgrund der Steigungen schwieriger zu absolvieren als die gleiche Distanz in heimischem Terrain.

Neben dem Training sind noch weitere Vorkehrungen zu treffen: Da wäre zunächst die Ausrüstung. Ohne passende Kleidung und Schuhe – die selbstverständlich vorab eingelaufen wurden –, gutes Kartenmaterial und ausreichend Proviant sollte man sich nicht auf den Weg machen. Auch sollte man vor der Abreise noch einmal seinen Versicherungsschutz prüfen: Da sportliche Aktivitäten wie Bergsteigen (insbesondere auf Klettersteigen) und Klettern nicht gerade ungefährlich sind, sollte man über eine gute Auslandskrankenversicherung und eine weltweit gültige Unfallversicherung verfügen. Letztere gibt es beispielsweise bei CosmosDirekt zu guten Konditionen.

Thema "Reisegesundheit": Wer in besonders entlegenen Regionen Norwegens bergwandern oder bergsteigen will, sollte nicht mit einem dichten Apothekennetz rechnen. Daher ist es unbedingt empfehlenswert, die wichtigsten Medikamente und Erste-Hilfe-Utensilien dabei zu haben. Und noch ein weiterer Tipp zum Schluss, der Leben retten kann: Man sollte die Natur in menschenverlassenen Regionen niemals unterschätzen und immer zu zweit oder in Gruppen reisen. So stellt man sicher, dass selbst im Falle eines Unfalls jemand Hilfe holen kann. Weitere wichtige Tipps zur Sicherheit in den Bergen Norwegens hat das Tourismusportal des Landes zusammengestellt.