Aust-Agder

Fast an der Südspitze Norwegens, zwischen den Orten Risør und Lillesand an der Nordwestküste des Skagerraks erstreckt sich die Fylke Aust-Agder als ein relativ schmaler Landstrich, der etwa 200 Kilometer tief ins Landesinnere reicht.

Aust-Agder
Blick auf Lyngør in der Provinz Aust-Agder
Matti Bernitz - Visitnorway.com

Aust-Agder - Entlang des Setesdals

Der nur etwa 30 bis 40 Kilometer breite Bereich der Fylke, der bis an ihre Nordspitze reicht, wird von der vom Byglandsfjorden ausgehenden Region des Setesdals beherrscht. Oft als wildestes und schönstes Tal Norwegens bezeichnet, erstreckt es sich entlang des Flusses Otra und zeigt sich äußerst abwechslungsreich. Dabei profitiert das Erscheinungsbild des Tales von der sich ständig verändernden Gestalt der Otra, die sich mal schmal durch das verengte Tal windet und dann sich wieder zu unterschiedlich großen Seen verbreitert. Wälder, Wiesen, Berghänge und alte Bauernhöfe laden darüber hinaus zu Wanderungen durch diese wunderbare Landschaft ein.

Im Westen schließt sich an das Setesdal das sogenannte Setesdalsheiene an. Es wird von unzähligen Seen und abgerundeten felsigen Bergen geprägt, von deren 1.378 m hohen Svarvarnuten ein schöner Rundblick über ein Teilgebiet Südnorwegens möglich wird.

Wenige Kilometer vor der Grenze zur Fylke Rogaland befindet sich bei Hovden Norwegens südlichstes, gleichzeitig aber eines seiner schneesichersten Skigebiete.  Dies kennzeichnet die schneereichen Winter hier im Landesinneren Südnorwegens, die jedoch von relativ warmen und trockenen Sommern abgelöst werden.

Der Küstenstreifen am Nordufer des Skagerraks

Wie fast die gesamte Küste des Landes so ist auch die Küste Aust-Agders stark zerklüftet, allerdings im Gegensatz zu manch anderem Küstenbereich weniger attraktiv. Das Wetter zeigt sich hier im Sommer vor allem an den windexponierten Orten kühler als im Landesinneren, während im Winter oft Regen fällt.

Durchaus sehenswert zeigen sich jedoch einige an der Küste gelegene kleinere Städte und Orte wie beispielsweise Risør, die Provinzhauptstadt Arendal, Lyngør oder das Inselstädtchen Brekkestø.

So besitzt Risø eine sehr gut erhaltene Holzhaussiedlung aus dem 19. Jahrhundert, eine im Jahr 1647 erbaute Kirche mit einem von einem Rubensschüler gemalten Altarbild und einen markanten Kalksteinfelsen an der Küste, der der Schifffahrt als Landmarke dient.

Arendal zeigt sein historisch wertvollstes Stadtviertel auf der Halbinsel Tyholmen. Sehenswert außerdem das Rathaus sowie die Dreifaltigkeitskirche aus dem Jahr 1888 mit ihrem 82 Meter hohen Turm.

Einige hübsche Orte sind auf den dem Festland vorgelagerten Inseln zu finden. Dazu gehört Brekkestø auf der südlich von Lillesand gelegenen Insel Justøya. Aus seiner historischen Bebauung ragen eine alte Zollstation und das Postgebäude heraus. Schließlich verdient noch der sich über vier kleine Inseln erstreckende Ort Lyngør eine Erwähnung, der autofrei und nur mit einem Motorboot zu erreichen ist.