Die Reise-Geheimtipps der Finnen von Frühling bis Winter

Ein kompakter Ganzjahres-Guide mit Geheimtipps für Finnland wäre schön. Das haben wir uns auch gedacht. Also prompt unsere Freundin Heidi aus Finnland angerufen, sich mit einem Gläschen Glögi virtuell zusammengesetzt und gegrübelt. Da Urlaub in Finnland das ganze Jahr über möglich ist, hast du nun für jede Jahreszeit den passenden Reisetipp.

Finnland, oh wie schön ist das Land der tausend sauberen Seen: frische Luft, unberührte Natur und finnische Wohlfühlsauna. Außerdem himmlische Nordlichter, Skifahren, urige Hütten mit tollem Design und ein Winter Wonderland mit dem garantiert echten Weihnachtsmann.

Auch wenn das Land die meiste Zeit des Jahres von Schnee und Eis bedeckt ist, sind es doch die starken Gegensätze zwischen den vier Jahreszeiten, die Finnland als Reiseziel attraktiv machen. Und auch die Momente zwischen den Jahreszeiten rufen ein geheimnisvolles Knistern in der klaren Luft das Landes hervor. Alles beginnt aber mit der weißen Jahreszeit.

Der ewig(e) schöne Winter

Als Winterfreund hast du ab November bis mindestens Mai deinen Spaß in der finnischen Wintersaison. Das bedeutet etwa ein halbes Jahr von niedrigen null Grad bis zu eisigen minus 35 Grad. Im Süden und in der Mitte des Landes ist der Winter etwas kürzer: von Dezember bis März/April. Richtig bibbern wirst du aber nicht, denn die arktischen zweistelligen Minusgrade fühlen sich weniger kalt an, weil die Luft dort so frisch und trocken ist.

Finnland Polarlichter
Auf der Jagd nach Polarlichtern in Finnland ( Foto: Jaanus Jagomägi / Unsplash )

Diese klare Luft und der nachtdunkle Himmel sind die idealen Voraussetzungen, um in Lappland die spektakulären Nordlichter zu sehen. März ist dafür eine gute Reisezeit. Auch die Zeit um Dezember ist gut geeignet, weil dann schon ausreichend Schnee liegt, der die Nordlichter noch schöner erscheinen lässt und es ist noch nicht so frostig.

Der Mann mit dem weißen Bart kommt aus Lappland

Mit deinen Kindern musst du Korvatunturi besuchen. Auf diesem Berg in Lappland lebt der finnische Weihnachtsmann (Joulupukki). Ja, er kommt aus Finnland. Solltest du aber mit etwas größeren Rabauken unterwegs sein, wird sie der Mann mit dem weißen langen Bart weniger umhauen. Früher oder später werden sie nach dem Internet fragen. Die frohe Botschaft: Finnland ist das erste Land, das den Zugang zum Internet als Grundrecht im Gesetz verankert hat – flächendeckend. Und das auf einem Gebiet, das etwa so groß ist wie Deutschland.

Wenn man dann also doch in die Verlegenheit kommen sollte, sich eine Pause von der atemberaubenden Natur Lapplands nehmen zu wollen, um einfach in der Hütte zu entspannen, dann ist in quasi jeder Ecke des Landes schnelles Internet sicher. Neben Online-Banking und kleineren Spielen auf dem Handy sind auch Online-Casinos mit deutscher Lizenz ohne Probleme aufrufbar. Die deutsche Lizenz aus Schleswig-Holstein stellt sicher, dass die Nutzung gewissenhaft passiert. So kann das Online-Spielen eine schöne Nebenbeschäftigung sein, um die Pausen an weniger aktiven Ausflugstagen angenehm zu machen und dafür zu sorgen, dass sich die Eltern genauso wenig langweilen müssen wie die Kinder.

Finnland ist für Flachlandfreunde

Richtig körperlich anstrengend wird es im finnischen Winter aber normalerweise auch für deine Kinder nicht, denn Finnland hat keine richtigen Berge. Wenn die Alpen mit ihren 3.000 Metern für dich also zu viel sind, dann komm nach Lappland. Die höchste Erhebung (Haltitunturi) erreicht hier nur schlappe 1.324 Meter.

Das finnische »Lappi« (so nennen die Finnen Lappland) liegt oberhalb des Polarkreises. Dort geht die Sonne im Winter mindestens für einen Monat nicht auf. Es wird aber nicht tief finster, weil die fast zweimonatige Polarnacht (Kaamos) von Ende November bis Mitte Januar die schönsten Farben an den Himmel projiziert.

Kurzer Frühling mit »verrückten« Studenten in Helsinki und Sonne bis in den späten Abend

In Helsinki begrüßt man das Frühjahr am 30. April mit der Tradition der bronzenen Meerjungfrau »Havis Amanda« eine Studentenmütze aufzusetzen. Das Event ist als »Mantan lakitus« bekannt und richtet sich vor allem an Studenten (mit Overalls) und feierfreudige Menschen, die raus auf die Straßen gehen und sich das eine oder andere Gläschen Sekt zu Gemüte führen wollen.

Am 1. Mai (Vappu) setzen die angeheiterten Studenten die karnevalsgleiche Feier fort und gönnen sich (auch teilweise verkatert) ein Picknick mit Sekt. Das ist ein Muss, auch wenn du am ersten Mai selbst keinen Sekt mehr kaufen können wirst.

Sommer in Finnland – ein Land erwacht… und chillt

Die freudige Stimmung in Finnlands Hauptstadt und die fast endlosen Sommertage können einen fast vergessen lassen, dass der Sommer in Finnland wirklich kurz ist. Deshalb wirst du niemanden finden, der freiwillig zur Zeit des Mittsommers in der Stadt bleibt. Es zieht die Leute in die freie Natur.

Miete dir ein Sommerhaus auf dem Land oder befreunde dich mit jemandem, der ein Haus am See besitzt. Du musst an einem schönen Sommertag nichts anderes machen, als dort zu bleiben, denn im Mittsommer steht die Sonne in und um Helsinki auch noch bis 22 Uhr am Himmel. Ist es schon mitten in der Nacht oder früher Morgen? Du wirst keinen Unterschied feststellen. In Lapplands Utsjoki dauert ein einziger Sommertag sogar zwei Monate an – die Sonne geht erst gar nicht unter.

Finnland Urlaub See
Sommerurlaub in Finnland ( Foto: Tapio Haaja / Unsplash )

Wenn du aber genug vom sommerlichen Hüttenleben hast und deine Lust nach entspanntem Müßiggang gestillt ist, dann nimm deine baumelnden Zehen aus dem Seewasser und bewege sie nach Suomenlinna, einer alten Festungsinsel vor Helsinki. Einfach eine Fähre vom Hafen nehmen und in 15 Minuten bist du da.

Abenteuerlicher wird es beim Besuch der Inselgruppe Åland. Das liegt nicht nur daran, dass man dort Schwedisch spricht, sondern auch an den 6.500 Inseln, die man selbst als noch so eifriger Inselhopper nicht in einem Sommer besuchen können wird. Auf jeden Fall hat man seine Ruhe, denn nur 60 Inseln sind auch wirklich bewohnt.

Turku ist Finnlands Tor nach Europa

Auf halber Strecke zwischen Helsinki und Åland liegt die Stadt Turku, dort wo der Aura-Fluss in die Ostsee mündet. Finnlands älteste Stadt war dem russischen Zaren, als er über Finnland herrschte »zu westlich und zu weit weg«. Also wurde Helsinki zu seinem Regierungssitz. Ihrer Beliebtheit hat dies keinen Abbruch getan, denn Turku wurde 2011 eine der Kulturhauptstädte Europas. Heute lockt die sehr europäisch-mittelalterliche Stadt mit zahlreichen Restaurants, reichlich Leben am Flussufer, Tango unter freiem Himmel und weiteren kulturellen Veranstaltungen und Festivals.

Die mehr als 20.000 Inseln vor der Stadt schützen nicht nur vor dem stürmischen Meer, sondern sind im Sommer sehr beliebte Reiseziele mit dem gemieteten Ausflugsboot. Das ist zwar etwas weniger entspannend als mit dem Ruderboot am Ferienhaus, aber dafür kann man ein paar Finnen kennenlernen und dabei einen erfrischenden Sima schlürfen.

Der lappländische Herbst ist eine Farbexplosion

Die als Tunturi benannte Fjell-Landschaft im finnischen Lappland lädt im September zur herbstlichen Wanderung ein. Das Herbstlaub erleuchtet im wunderschönen Rot, Braun und Gelb. »Ruska« nennen die Finnen dieses Farbspektakel, das die weiten Wälder und unberührte Wildnis des finnischen Nordens in kräftige, warme Töne taucht.

Belohnt werden vor allem die Freunde des hohen Nordens, denn je nördlicher man sich ins Lappland begibt, desto intensiver erstrahlen die Farben. Dort sind dann auch – bei Temperaturen um 10 Grad Celsius – Ausflüge mit dem Mountainbike, Angeln oder Kanufahrten sehr gut machbar. Den Sommer vermisst man bei dieser Fülle an Freizeitmöglichkeiten kaum. Eher freut man sich an den unberührten Routen, den Wäldern voller essbarer Pilze und frischem Naturgeruch sowie dem nahenden Winter mit seinem ganz eigenen Charme. Und damit schließt sich der Kreis.

Verfasst am 8. März 2021

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