Als digitaler Nomade in Skandinavien – welche finanziellen Vorbereitungen sind zu treffen?

Digitaler Nomade Skandinavien
Digitale Nomaden arbeiten meist von unterwegs ( AllaSerebrina / Depositphotos.com )

Ein Leben als digitaler Nomade ist für viele Menschen eine aufregende Vorstellung. Unabhängig zu arbeiten und dabei die Welt zu erkunden, ist gerade für viele junge Menschen zu einem echten Lebenstraum geworden. Die Bilder in den sozialen Medien all jener, die diesen Lebensstil vermeintlich erfolgreich praktizieren, laden zusätzlich dazu ein, es doch auch selbst einmal zu versuchen. Doch wer als digitaler Nomade durch Skandinavien reisen möchte, sollte dafür ein wenig Vorbereitungszeit einplanen und sich dabei vor allem intensiv mit dem Thema „Finanzen“ auseinandersetzen.

Schritt 1: Sich über die Lebenshaltungskosten informieren

Viele digitale Nomaden zieht es in wärmere Gefilde wie Italien, Mallorca, die kanarischen Inseln beziehungsweise in ferne Länder mit niedrigen Lebenskosten wie Thailand oder Bali.

Wen es jedoch in teurere Länder wie Norwegen, Schweden, Finnland oder Dänemark verschlägt, der sollte sich mit den finanziellen Gegebenheiten in diesen Ländern intensiv auseinandersetzen. Dazu gehören vor allem die folgenden Fragen:

  • Wie teuer sind die Kosten für Wohnraum?
  • Was kosten Lebensmittel im Vergleich zu Deutschland? Ist beispielsweise Schweden wirklich so teuer, wie alle immer behaupten?
  • Wie sieht es mit den Kosten für das soziale Leben aus? Was ist der durchschnittliche Preis für eine Mahlzeit und ein Getränk in einem Restaurant?
  • Kann ich von zuhause aus arbeiten oder werden zusätzliche Kosten für ein Büro oder die Miete eines entsprechenden Co-Working-Spaces fällig?
  • Wie sieht es mit der Steuerlast im jeweiligen Land aus?
  • Welche laufenden Kosten fallen weiterhin in Deutschland an, obwohl ich nicht vor Ort bin? Das kann zum Beispiel ein Handyvertrag sein, der nicht gekündigt werden soll oder die Prämie für eine Lebens- oder Rentenversicherung.
  • Welche Versicherungen wie beispielsweise eine Haushaltsversicherung, Unfallversicherung oder Krankenversicherung benötige ich eventuell?
  • Welches Transportmittel soll vor Ort verwendet werden? Bei einem Auto entstehen Kosten für die Anschaffung, die Instandhaltung, die Versicherung und den Betrieb. Bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist auf den jeweiligen Tarif zu achten.

Klar, das klingt alles ganz schön spießig und hat so gar nichts mit dem digitalen Nomadenleben zu tun, dass man sich in seinen Träumen vorstellt. Doch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann dazu führen, dass das Projekt langfristig erfolgreich ist und nicht bereits nach zwei oder drei Monaten wieder abgebrochen werden muss.

Schritt 2: Ein Nomadenbudget erstellen

Nachdem die Beschäftigung mit den wichtigsten Fragen und den damit in Verbindung stehenden Kosten erfolgt ist, herrscht nun ein wenig mehr Klarheit über die finanziellen Verhältnisse. Die meisten Menschen sind jedoch nicht gut darin, aus dieser Vielzahl an Kosten im Kopf einen genauen Betrag ableiten zu können. Darüber hinaus ist das auch wenig professionell.

Wer als digitaler Nomade in Skandinavien so richtig durchstarten möchte, sollte deshalb erst einmal Excel oder ein anderes Tabellenkalkulationsprogramm auf seinem Rechner öffnen und damit beginnen, eine entsprechende Budgetplanung für sein geplantes Projekt vorzunehmen. Auch wenn das viele für Erbsenzählerei halten mögen: Es hilft dabei, um vor Ort den Überblick zu bewahren und eine gute Einschätzung der aktuellen Situation vornehmen zu können.

Dazu werden zunächst einmal die Ausgaben festgehalten. In Spalte A erfolgt eine inhaltliche Beschriftung. Also beispielsweise Dinge wie Wohnung, Lebensmittel, Transport, Internet, Mobiltelefon, Versicherungen etc. Daneben in Spalte B werden die voraussichtlichen Kosten eingetragen. Am Ende ist so eine genaue Summe über die voraussichtlichen Gesamtkosten ersichtlich.

Diese müssen in irgendeiner Form verdient werden. Das erfolgt bei Freiberuflern in den meisten Fällen vor allem durch die Erledigung diverser Freelancer-Aufträge. Wer bereits im Vorfeld fleißig war, hat sich eventuell eine passive Einkommensquelle wie beispielsweise ein Online-Seminar, ein E-Book oder einen Blog mit regelmäßigen Einnahmen aufgebaut. Dazu kommen in seltenen Glücksfällen noch diverse Sponsorengelder von Oma oder Onkel Werner.

Stehen die Einnahmen in so einem Verhältnis zu den Ausgaben, dass das Vorhaben langfristig erfolgreich sein könnte, steht einem Start nur noch eine Kleinigkeit im Wege: Eine eventuell erforderliche Finanzierung für den Start und die ersten Wochen.

Schritt 3: Einen Kredit für den Start aufnehmen

Im Idealfall ist es zwar ratsam, sich ein kleines Sümmchen für den Start angespart zu haben. Das ist aber nicht immer möglich. In diesen Fällen ist es bei der aktuellen Niedrigzinslage eine gute Idee, sich eine kleine Summe bei der Bank auszuleihen, um beispielsweise der Selbstständigkeit durch Werbemaßnahmen im neuen Land ein wenig auf die Sprünge zu helfen oder das passende Equipment dafür zu besorgen.

Allerdings sollte in diesen Fällen nicht vergessen werden, die monatliche Kreditrate bei den geplanten Ausgaben ebenfalls zu berücksichtigen.

Günstige Kredite für Selbstständige finden sich vor allem auf Online Kreditplattformen wie Smava, die in der Regel mit sehr vielen unterschiedlichen Banken zusammenarbeiten und mit den Instituten Konditionen verhandelt haben, die in dieser Form als Einzelperson gar nicht erhältlich sind.

Die unabhängigen Kreditberater nehmen sich bei Fragen sogar Zeit für eine kostenlose Kreditberatung. Der Kreditvergleich bei Smava hat dabei keinerlei Einfluss auf den Schufa-Score. Die einzelnen Angebote können deshalb völlig unverbindlich miteinander verglichen werden.

In einem Kreditrechner können die Basisdaten für den gewünschten Kredit eingegeben werden. Dazu zählen vor allem der gewünschte Kreditbetrag und die Laufzeit. Daraufhin überprüft ein Berater die aktuellen Angebote der einzelnen Banken und schickt passende Kreditangebote per Mail. Sagt eines dieser Angebote zu, kann der Kredit sofort online beantragt werden. Ist alles vollständig beim jeweiligen Kreditinstitut angelangt und werden alle Voraussetzungen für die Kreditvergabe erfüllt, ist das Geld innerhalb weniger Tage auf dem eigenen Konto und die Reise kann losgehen.

Zusatztipp: Einen Plan B in der Hinterhand haben

Gute Unternehmer leben davon, dass sie sich zu Beginn eines Vorhabens immer die Frage stellen, was sie unternehmen, falls es nicht so funktioniert, wie sie sich das in ihren Plänen vorgestellt haben.

Für digitale Nomaden bedeutet das, sich einerseits über mögliche zusätzliche Einkommensquellen Gedanken zu machen und sich andererseits zu überlegen, wie bei einem Engpass die Kosten einfach reduziert werden könnten. Das kann beispielsweise durch eine Veränderung der Wohnsituation oder durch die Wahl eines anderen Standortes erfolgen.

Denn eines ist klar: Beim Leben als digitaler Nomade ist vor allem Flexibilität gefragt, wenn man langfristig erfolgreich sein möchte. Dazu gehört es auch, ständig die Augen nach neuen Möglichkeiten offen zu halten.

Verfasst am 7. September 2020

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