Auswandern nach Norwegen: Diese Infos solltest du unbedingt beachten

Norwegen liegt nicht nur aus touristischer Perspektive betrachtet hoch im Kurs. Für immer mehr Auswanderwillige aus Deutschland wird das Land zu einem attraktiven Ziel, weil sich hier ein hoher Lebensstil, gute Arbeitsaussichten, sowie zahlreiche Naturhighlights zu einem unschlagbaren Gesamtprofil zusammenschließen. Die rund 700.000 Einwanderer im Land unterstreichen diese Aussage ausdrucksstark.

Das vielfältige und idyllische skandinavische Land steht in vielen Umfragen bei der Lebenszufriedenheit ganz oben. Doch wie bei jedem Unterfangen dieser Art bleibt auch hier eine ausgiebige Auswanderungs-Planung im Vorfeld nicht aus. Damit man seinen Neustart erfolgreich über die Bühne bringt, sollte man planungstechnisch diverse Dinge beachten, damit das neue Land auch schnell zu einem Zuhause wird.

Norwegen AuswandernBergen ist eine der schönsten Städte in ganz Norwegen (BergenTourist Board / Robin Strand – visitBergen.com)

Für wen ist Norwegen als Auswanderungsziel nicht interessant?

Wie positiv alle Fakten auf dem Papier auch ausschauen mögen: Vor dem Auswanderungsunterfangen sollte man sich dennoch im Klaren sein, dass Norwegen nicht für jeden Charakter-Typ geeignet ist.

Die atemberaubende Naturkulisse ist zwar einzigartig, sie spielt sich die größte Zeit des Jahres jedoch in einer kalten Atmosphäre ab, die man als Deutscher in der Form nicht gewohnt ist. Vor allem in den nördlichen Regionen können die klimatischen Unterschiede zu Deutschland extrem sein. Wenn man sich gedanklich den größten Teil des Jahres eher mit einem Cocktail am Strand sieht, dann ist Norwegen nicht unbedingt die erste Wahl. Auch an die vergleichsweise langen Tage im Sommer muss man sich erst einmal gewöhnen: An vielen Orten wird es im Juni und Juli nur maximal 5 Stunden dunkel – manche Menschen leiden dadurch an Schlafproblemen.

Selbst die sprachliche Barriere könnte zur Bewährungsprobe werden. Zwar sprechen die Leute in Norwegen überdurchschnittlich gutes Englisch, jedoch ist für eine gute berufliche Perspektive die Beherrschung der norwegischen Sprache in Wort und Schrift größtenteils unabdingbar. Wer dem Erlernen einer neuen Sprache eher kritisch gegenübersteht, der sollte seine Auswanderungspläne ggf. überdenken.

Für wen ist Norwegen interessant?

Wer hingegen nach hoher Naturverbundenheit strebt und zudem Outdoor-Aktivitäten ausüben möchte, der wird hier sicherlich ein erstklassiges neues Zuhause vorfinden. Vor allem beruflich kann Norwegen speziell für ältere Menschen interessant sein. Verglichen zum deutschen Arbeitsmarkt findet man hier schnell in die Berufswelt zurück. Ältere Mitarbeiter werden aufgrund ihres hohen Erfahrungsschatzes sogar teilweise bevorzugt.

Das norwegische Gehalt ist zudem um ein vielfaches höher. Das pro-Kopf-Einkommen gehört zu den höchsten der Welt und lag im Jahr 2012 bei rund 74.000 €. Zu erwähnen ist hier jedoch, dass im selben Atemzug auch die Lebenshaltungskosten höher ausfallen.

Besonders hellhörig sollten Ärzte, Pflegekräfte, Handwerker, Ingenieure und auch Maschinenbauer werden. In diesen Berufsgruppen herrscht zum Teil ein solch großer Bedarf, dass es einem nach Ankunft dementsprechend leicht fallen sollte, passende Arbeit zu finden. Im Auswanderungsratgeber von Immowelt erhält man einen großzügigen Überblick und man kann anhand eines Leitfadens zudem genau erkennen, worauf es bei der weiteren Planung ankommt.

Wie gestaltet sich die Wohnungssuche?

Die Wohnungssuche geht in Norwegen recht schnell vonstatten, sodass man größtenteils zu sofort oder nach maximal zwei- bis dreimonatiger Wartezeit in das Wunschobjekt einziehen kann. Bei der Suche kann man sich direkt an norwegische Zeitungsportale wenden, aber auch gemütlich von Zuhause aus deutsche Immobilienportale wie Immowelt nutzen. Vor allem mit der letzten Herangehensweise lassen sich somit bereits im Vorfeld Wohnungen hervorragend nach Ort und Preis filtern, sodass man schnell agieren kann. Mit nur wenigen Klicks hat man die Möglichkeit einen Anbieter zu kontaktieren.

Dinge, die beantragt werden müssen

Man kann bereits von Deutschland aus eine sogenannte D-Nummer beantragen, die einem ersatzweise ausgestellt wird, bis die eigentliche Personennummer (P-Nummer) bereit liegt. Mit dieser Nummer kann man dann reibungslos ein Bankkonto eröffnen, aber auch eine Steuerkarte beantragen. Die Arbeit kann zudem auch schon ohne eine Steuerkarte aufgenommen werden, jedoch behält der Arbeitgeber dann zunächst 50% der Steuern ein, bis man die Steuerkarte nachgereicht hat. Ein Reisepass ist außerdem als Identifikationsnachweis meist die bessere Lösung, als das Vorzeigen des Personalausweises. Viele Banken und Behörden akzeptieren mittlerweile ausschließlich den Reisepass, sodass man hier auch gesondert auf entsprechende Gültigkeit und Mitnahme achten sollte.

In Norwegen gibt es außerdem keine private Krankenversicherung. Alles wird über die staatliche „Folketrygden“ (Sozialversicherung) abgewickelt, die man automatisch in Anspruch nimmt, sobald man offiziell im Land arbeitet und lebt. Der Gang zu einem Versicherer bleibt einem somit erspart.

Verfasst am 12. Juni 2019

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