Stockholms Gamla Stan, die „schwimmende“ Altstadt

Gamla Stan, die Altstadt und das Herz der auf 14 Inseln schwimmenden Metropole, war über viele Jahrhunderte das eigentliche Stockholm, denn hier wurde die Stadt 1252 gegründet. Gamla Stan zählt mit seinen historischen Gebäuden zu den besterhaltenen Altstädten Europas.

Gamla Stan
Skeppsbron mit dem ältesten Schiffsdock in Stockholm

Ola Ericson/imagebank.sweden.com

Gamla Stan - Das Herz der schwedischen Hauptstadt

Die Hauptattraktionen sind das 1628 erbaute Königliche Schloss (Kungliga Slottet), das mit über 600 Zimmern eines der größten Schlösser der Welt und zugleich Schwedens ältestes Museum ist, sowie die eindrucksvolle 700 Jahre alte Kathedrale „Storkyrkan“, die Krönungskirche, die voller Schätze aus verschiedenen Epochen ist.

Tyska Kyrkan, die deutsche Kirche

Eine weitere Attraktion ist die im 16. Jahrhundert erbaute deutsche Kirche „Tyska Kyrkan“, deren spitzer grüner Turm 96 Meter hoch in den Himmel ragt und der höchste Punkt Gamla Stans ist. Die Kirche erinnert daran, dass einst die Hanse die Ostsee kontrollierte, was auch erklärt, warum die Altstadt in ihrer Anlage der Stadt Lübeck ähnelt. Als Besonderheit gilt das Glockenspiel der Kirche, welches täglich nach dem Glockenschlag um 8.00, 12.00 und 16.00 Uhr einige Takte eines der beiden Kirchenlieder „Nun danket alle Gott“ und „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ erklingen lässt.

In der Tyska Kyrkan versammeln sich jeden Sonntag um 11.00 Uhr Gemeindemitglieder und Gäste aus aller Welt zum deutschsprachigen Gottesdienst. Die 2000 Mitglieder zählende evangelische St. Gertruds Gemeinde ist die weltweit älteste deutschsprachige Auslandsgemeinde, die 1571 in Stockholm von deutschen Kaufleuten, Handwerkern und Künstlern mit Erlaubnis König Johans III. gegründet wurde und ihren Charakter bis heute bewahrt hat. "Fürchtet Gott und Ehret den König" steht über dem Eingangsportal in Dankbarkeit und als Erinnerung an die Großzügigkeiten und Unterstützung der deutschen Gemeinde durch die schwedischen Könige Johan III und Gustaf III. Schirmherrin der Deutschen St. Gertruds Gemeinde ist die aus Heidelberg stammende schwedische Königin Silvia.

Das Flair Gamla Stans

Die gepflasterten Straßen, das Labyrinth aus verwinkelten Gassen, deren schmalste, die Mårten Trotzigs Gränd, nur 90 Zentimeter breit ist, die malerischen alten Häuser, hinter deren Fassaden man auch heute noch Kellergewölbe und Kalkmalereien aus dem Mittelalter findet, die kleinen Läden, gemütlichen Cafés und Restaurants erschaffen eine einmalige Atmosphäre, die Besucher aus aller Welt das ganze Jahr über verzaubert – auch  an kalten, verschneiten Wintertagen, denn dann verwandelt sich Gamla Stan in eine Märchenwelt.

Stortorget – Tummelplatz für Gäste aus aller Welt

Im Zentrum der Altstadt befindet sich der „Stortorget“, der älteste Platz der Stadt, der seit dem Mittelalter als Treffpunkt und Marktplatz genutzt wurde. Früher befand sich hier auch der Pranger. Der dänische König Christian II., der 1520 den schwedischen Regenten Ben Sture belagerte und schließlich von den Schweden zum König gekrönt wurde, ließ über achtzig Adlige und Bürger auf dem Platz enthaupten. Heute tümmeln sich hier Besucher aus aller Welt in den vielen Straßencafés rund um den Platz.

An der Nordseite des Stortorget, der übersetzt „der große Platz“ heißt, befindet sich das imposante Gebäude der alten Börse, das 1778 errichtet wurde und in dem sich heute das Nobel-Museum sowie die Schwedische Akademie der Wissenschaften befindet. An der Westseite stehen das rote Schantzska Huset und das schmale Seyfridtska Huset, die beide um 1650 erbaut wurden. Das Schantzska Huset ist unverändert geblieben und fällt durch sein schönes Kalksteinportal mit ruhenden römischen Kriegern auf. In den mittelalterlichen Gewölbekellern befinden sich heute Cafés und Restaurants. 

Köpmangatan – Stockholms älteste Straße

Am Stortorget beginnt Stockholms älteste Straße, die Köpmangatan, die erstmals 1323 erwähnt wurde. Ihr Name geht darauf zurück, dass in dieser Straße Kaufleute ihre Verkaufsstände hatten. Die Straße verband im Mittelalter den zentralen Platz Stortorget mit dem außerhalb der östlichen Stadtmauer gelegenen Platz Fiskartorget, wo überwiegend deutsche Händler wohnten, die hier auch ihre Stände hatten. Der Platz gilt als der eigentliche Marktplatz und als Zentrum Stockholms im Mittelalter.

Von Cornelia Lohs
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