Djurgården in Stockholm

Djurgården, das ehemalige königliche Jagdgebiet, das König Johan III. im Jahre 1570 anlegen ließ, wurde im 18. Jahrhundert zu einem attraktiven Erholungs- und Freizeitgebiet der Stockholmer Bürger. Heute ist die Insel nicht nur ein beliebtes Freizeitgebiet, sondern auch das Zuhause zahlreicher Museen.

Djurgården
Blick über Djurgården im Osten Stockholms

Ola Ericson/imagebank.sweden.com

Djurgården – Museumsinsel und Freizeitgebiet Stockholms

Sobald man die reich dekorierte Brücke „Djurgardsbron“ in Östermalm überquert hat, sieht man zur Rechten das einem Märchenschloss gleiche Nordiska Museet, das Nordische Museum, welches das schwedische Alltagsleben von 1520 bis zur Gegenwart porträtiert. Initiator des Museums war Artur Hazelius, der auch Skansen gründete. Das heutige Museum wurde 1907 eröffnet und besitzt mehr als 1,5 Millionen Exponate. Nicht weit davon liegt das Vasa-Museums, wo das berühmte Schiff Vasa in seiner ganzen Länge (68 Meter) bestaunt werden kann. Jenes Schiff, das bei seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 nach nur 1300 Metern Fahrt aufgrund von Übergewicht und der schlecht proportionierten Höhe gesunken war und erst 300 Jahre später geborgen wurde. Das Museum liegt knapp eine Seemeile vom Schauplatz der Katastrophe entfernt.

Skansen – authentisches Zeugnis der schwedischen Vergangenheit

In Skansen, dem ältesten Freilichtmuseum der Welt, kann man das historische Schweden in Form von Bauernhöfen, Wohnhäusern, Kirchen, Windmühlen und Herrenhäusern aus unterschiedlichen Teilen des Landes und unterschiedlichen Epochen erleben. Im Jahre 1891 hatte der 1833 in Stockholm geborene Philologe und Ethnograph Artur Hazelius mit einer Studie über die ländliche Bevölkerung begonnen, die sich durch die zunehmende Industrialisierung bedroht sah. Diese dokumentarische Arbeit führte zur Entstehung von Skansen, dem Museum, das sich über eine Fläche von mehr als 300.000 Quadratmeter ausdehnt. Außer den Wohnhäusern und Gebäuden verschiedener Epochen findet man hier auch typische Produkte und Objekte der verschiedenen Gegenden des Landes. Zu den ersten Gebäuden, die in Skansen errichtet wurden, gehört das Dalarna-Haus und ein Lager aus Lappland. Heute zählt die Anlage mehr als 150 Gebäude.

In Skansen werden die alten Volkstraditionen aufrechterhalten – so können Besucher an den typischen Volksfesten teilnehmen, die hier über das Jahr im alten Stil veranstaltet werden. Der Nationalfeiertag, die Walpurgisnacht, Mittsommer, Weihnachten und Silvester werden hier gefeiert. In Skansen gibt es auch einen Zoo mit überwiegend nordischen Tieren. Außerdem ist der Park ein beliebtes Erholungszentrum mit Freilichttheatern und verschiedenen Restaurants.

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Waldemarsudde, eines der meistbesuchten Kunstmuseen Schwedens

Die palastartige Villa im Art-deco-Stil, die heute eine Kunstgalerie beherbergt, wurde 1904 als Wohnhaus und Atelier für Prinz Eugen erbaut, dem jüngsten Sohn des schwedischen Königs Oskar II. und einer der bekanntesten Landschaftsmaler seiner Generation. Seine bekanntesten Werke sind das Altargemälde in der Kirche von Kiruna und die Fresken im Stockholmer Rathaus. Der Prinz war nicht nur Maler, sondern auch ein großer Kunstsammler, der über die Jahre eine wertvolle Kunstsammlung von Landschaftsgemälden und Portraits zusammentrug. Als Prinz Eugen 1947 starb, vermachte er die Villa samt Kunstsammlung dem schwedischen Staat. Heute ist die Villa mit ihrer Kunstsammlung ein Museum, das die Wohnung des Prinzen und eine umfangreiche Gemäldesammlung schwedischer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts enthält. Die einstige Küche dient heute als Cafeteria, der Dachboden, wo der Prinz sein Atelier hatte, ist heute Ausstellungssaal. Im Garten von Waldemarsudde stehen Skulpturen von Carl Milles, Auguste Rodin und Peer Hasselberg. Hier steht auch die größte und älteste Eiche Stockholms.

Von Cornelia Lohs
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