Campus der Technischen Universität Luleå
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Sommersemester 2008 an der Technischen Universität Luleå

In diesem Endbericht von meinem akademischen Jahr an der LTU konzentriere ich mich auf meine Erfahrungen aus dem Sommersemester (Januar bis Juni). Organisatorische Dinge, wie Anreise und Unterbringung, sind bereits im Zwischenbericht enthalten.

Universität, Stadt und Klima

Luleå ist die Haupstadt Norbottons und ca. 2 Autostunden vom Polarkreis entfernt. Typisch für den nördlichen Teil Schwedens ist die dünne Besiedlung. Im Durchschnitt leben hier nur 2 Menschen pro km².

Die Luleå Tekniska Universitet (LTU) ist die nördlichste technische Universität Schwedens. Hier leben und studieren ca. 12.000 Studenten. Im Wintersemester 2007/2008 waren wir ca. 190 Austauschstudenten an der LTU. Davon sind die meisten nur für ein Semester geblieben und bereits vor Weihnachten abgereist. Zum Sommersemester 2008 kamen 110 neue Studenten. Das war ein neuer Winterrekord. Normalerweise sind es eher 60-80. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 1,3° C ist es im Winter in dieser 70.000-Einwohner-Stadt durchaus etwas frischer als in Deutschland. Im August hatten wir noch Tage mit annähernd 25°C.

Der letzte Winter war relativ „warm“. Die Temperatur erreichte ein paar Mal -20° C. Der letzte Neuschnee kam Anfang April. Ab Mitte April hat sich dann aber doch langsam der Frühling durchgesetzt. Die ersten Sonnenstrahlen gab es bereits Ende März, aber erst ab Anfang Mai konnte man regelmäßig Zeit auf dem Balkon verbringen.

Im Winter wird es kaum hell. Dafür wird es im Sommer kaum dunkel. Die Nächte wurden in den letzten Wochen immer kürzer. Es ließ sich bald nicht mehr sagen, ob die Sonne gerade aufgeht oder untergeht. Es wurde nicht mehr dunkel, 24h Tageslicht. Eine ganz besondere Erfahrung, vor allem wenn man den langen und dunklen Winter miterlebt hat. Daher möchte ich an dieser Stelle bereits herausstellen, dass es sich allein schon aus klimatischer Sicht lohnt für zwei Semester nach Nord-Schweden zu gehen. Solche Erfahrungen lassen sich in Deutschland nicht erlangen.

Orientierungstage

Wie bereist im Zwischenbericht erläutert kümmern sich die Studenten vom Luleå University Reception Committee (LURC) um die Austauschstudenten an der LTU. Neben dem Abholservice vom Flughafen und der Organisation der Unterbringung werden auch verschiedene Aktivitäten durch das gesamte Semester hinweg organisiert.

Im Januar wird das LURC-Team traditionell bei der Planung und Durchführung der Orientierungstage von Austauschstudenten unterstützt, die bereits seit August da sind und auch das Sommersemester an der LTU verbringen. Ich selbst gehörte der Gruppe aus 13 Studenten an, die Partys zum Kennen lernen für die neuen Studenten organisierten. Auf diesem Wege lernt man auch gleich die neuen Leute kennen mit denen man ja auch im Sommersemester noch viele Partys feiern möchte.

Reisen

Vom LURC-Team wurden auch im Sommersemester wieder Trips organisiert:

Zwischendurch haben wir auch selbst Reisen organisiert. Im November sind wir nach Riga und Tallin geflogen. Beide Städte sind sehr zu empfehlen. Im April sind wir von Stockholm nach Helsinki mit einer Fähre gefahren. Die Fähre startet um ca. 17 Uhr in Stockholm und erreicht Helsinki am nächsten Morgen gegen 9 Uhr. Wir haben dann eine Nacht in Helsinki verbracht und sind dann am späten Nachmittag wieder nach Stockholm mit der Fähre.

Einige Studenten sind auch nach St. Petersburg gereist. Die Fähre nach Helsinki fährt danach auch weiter nach St. Petersburg. Mit dem Flugzeug geht es natürlich schneller. Besonders kann ich eine Reise zu den Lofoten empfehlen. Diese Inselgruppe vor der Küste von Norwegen bietet eine wunderschöne Landschaft. In gemütlichen Fischerhütten kann man dort ein paar schöne Tage verbringen.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Während der ersten Tage hier in Deutschland wurde ich natürlich von vielen Leuten gefragt, wie meine Zeit im hohen Norden war. Es gar nicht so einfach zu beschreiben, wie es ist ein ERASMUS-Student zu sein oder gewesen zu sein. Jeder muss es selbst erleben! Das Zusammentreffen von Menschen aus aller Welt ist eine ganz besondere Möglichkeit, die jeder nutzen sollte. Es spielt dabei weniger einer Rolle wohin man geht. Jedoch kann ich sagen, dass das Leben in einer eher kleinen Universitätsstadt nicht schlecht ist. Wir waren eine relativ kleine Gruppe und jeder auf jeden angewiesen. Man ist permanent von anderen Austauschstudenten umgeben und dadurch nie allein.

Was kann ich dir mit auf den Weg geben? Einen Studentenaustausch miterleben zu dürfen ist eine ganz besondere Erfahrung. Das Jahr in Schweden war ganz sicher die außergewöhnlichste Zeit in meinem bisherigen Leben. Jeder der sich dazu entschließt wird es ganz sicher nicht bereuen. Wer offen auf neue Leute zugehen kann und sich nicht verschließt, lernt neue Freunde in der ganzen Welt kennen. Nach einem solchen Jahr erscheint einem die Welt gar nicht mehr so groß…

Bildquelle: flickr.com/hildgrim
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