„Typisch Schwedisch“

Wer an Schweden denkt, denkt automatisch an Ikea, Elche, Winter, Weihnachten und Rentiere. Was aber ist noch typisch für das skandinavische Land? Wir haben von A wie Astrid Lindgren bis Z wie Zimtschnecken alles zusammengefasst, was typisch schwedisch ist und du für deinen Urlaub in Schweden unbedingt wissen solltest.

Typisch Schwedisch
Ein rotes Schwedenhaus in Stensjöby, Småland

Tony Töreklint/imagebank.sweden.se

Der Schwede: modern und unbeschwert

Die Schweden sind ein sehr offenes und unkonventionelles Volk, sowohl untereinander als auch mit Nicht-Schweden. Wie auch in Norwegen duzen sich alle. Lediglich gegenüber der königlichen Familie und Respektspersonen wird das „Sie“ verwendet. Auch verzichten die Schweden gern auf die Nennung eines Titels im Gespräch miteinander.
Anders als in Deutschland hat das gesprochene Wort für den Schweden eine sehr gewichtige Bedeutung.

Der Schwede legt großen Wert auf Pünktlichkeit und persönliches Vertrauen, sowohl privat als auch beruflich. Besonders im Arbeitsleben sind diese Attribute Trumpf. Ist das Vertrauen einmal angeknackst, hält der Schwede sich künftig auf Distanz bzw. wird eine berufliche Zusammenarbeit erschwert.
Auch auf Hierarchien legt man in Schweden nicht all zu großen Wert. Jeder wird, besonders in der Arbeitwelt, respektiert und in wichtige Entscheidungen mit einbezogen.

Politik & Monarchie

Schweden ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Seit 1973 ist König Carl XVI. Gustaf das schwedische Staatsoberhaupt. Das Parlament, der schwedische Reichstag, wird alle vier Jahre neu gewählt.

Das schwedische Königshaus ist nicht nur bei den Schweden sehr beliebt. Die Monarchen in Schweden sind bekannt für ihr weltweit sozialpolitisches Engagement.

Prost! Die Schweden und der Alkohol

Anders als in Deutschland kann man Spirituosen wie Bier, Wein und andere Alkoholika nicht im Supermarkt oder anderen Lebensmittelgeschäften kaufen. Wie auch in Norwegen gibt es in Schweden ein staatliches Unternehmen, Systembolaget, auch systemet genannt, welches ein Monopol auf den Verkauf von Getränken mit mehr als 3,5 Prozent Alkohol hat. Sinn und Zweck ist es, den Konsum von Alkohol in Schweden zu reduzieren.

Essen in Schweden

Die Schweden lieben Süßes! Die wohl beliebteste Süßspeise ist Zimtschnecke (schwedisch Kanelbullar). Die schwedische Köstlichkeit ist eine Backware aus Hefeteig, Milch, Mehl, Butter, Kardamom und Zimt (schwedisch Kanel). Die Zimtschnecke ist ein Nationalgebäck und hat sogar einen Gedenktag: am 4. Oktober jeden Jahres feiert ganz Schweden den Kanelbullens Dag.

Wenn in Schweden gefeiert wird, darf das Smörgåsbord nicht fehlen. Das Smörgåsbord bedeutet übersetzt Schwedenbuffet. Nur an Weihnachten heißt es Julbord (Weihnachtsbuffet). Auf diesem Buffet sind diverse Fisch- und Fleischgerichte. Natürlich sind auch viele Süßspeisen darauf zu finden.

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Schwedische Literatur

Wer kennt sie nicht: Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter, Die Kinder von Bullerbü, Karlsson vom Dach, Madita und den kleinen Michel aus Lönnberga . Dies sind nur einige Figuren und gleichnamige Kinderbücher von der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren, die sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen weltweit sehr beliebt ist.

Unser Tipp: Wer in Schweden ist und in die Geschichten von Astrid Lindgren abtauchen möchte, sollte unbedingt nach Vimmerby in Småland fahren. Dort befindet sich der Märchenpark „Astrid Lindgrens Värld “ (dt.: Astrid Lindgrens Welt) mit den Originalbauten der gleichnamigen Verfilmungen. Leider hat dieser Park nur in den Sommermonaten geöffnet, ist aber jede Reise wert. Mehr unter www.alv.se.

Schweden ist bekannt für seine Krimiautoren. Der bekannteste Schriftsteller ist wohl Henning Mankell, der vor allem durch die Krimi-Reihe mit dem Kommissar Kurt Wallander auch über die Grenzen Schwedens hinaus Bekanntheit erlangte.
Maj Sjöwall und Per Wahlöö waren die ersten Autoren in Schweden, die sozialkritische Kriminal-Romane schrieben und mit ihrer Ermittlerfigur Kurt Martin Beck zum Vorbild schwedischer Kriminalschriftsteller wurden.

Weitere Krimi-Autoren sind Håkan Nesser, Åke Edwardson, Steig Larsson, Jo Nesbø und Helen Tursten. Die meisten Krimis dieser Autoren wurden mehrfach verfilmt und preisgekrönt.

Sprachen & das schwedische Fernsehen

Die Amtsprache der Schweden ist natürlich Schwedisch. Weitere anerkannte Sprachen sind Meänkieli, Finnisch und Samisch. Meänkieli oder auch Tornedalfinnisch ist ein finnischer Dialekt und wird im Tal der Tornedalen im Norden gelegenen schwedisch-finnischen Grenzgebiet gesprochen. Samisch wird von einer schwedischen Volksgruppe, Samen, im Lappland von wenigen Einwohnern Lapplands gesprochen.

Fast alle Einwohner Schwedens beherrschen die englische Sprache wie ihre Muttersprache, da Englisch die erste Fremdsprache ist, die in den Schulen unterrichtet wird und im schwedischen Fernsehen sehr präsent ist. Spielfilme werden, anders als in Deutschland, nicht synchronisiert, sondern nur mit einem Untertitel versehen.
Bei einer Reise nach Schweden wird es also keine Verständigungsprobleme geben.

Schwedische Währung

Die Landeswährung in Schweden ist die Schwedische Krone (SEK). Eine Krone sind 100 Öre. Im Jahr 2003 entschieden sich die Schweden per Volksabstimmung gegen die Einführung des Euro.

Die Schweden und der Sport

Der Schwede liebt es, sich zu bewegen. Am liebsten draußen in der Natur und in Gemeinschaft. Detaillierte Infos erhältst du unter Sport und Aktivitäten in Schweden.

Die Möbelhauskette Ikea

Wer Ikea nicht kennt, ist nicht von diesem Planeten. Das Unternehmen wurde 1943 von Ingvar Kamprad in Schweden ins Leben gerufen, eröffnete 1958 das erste Einrichtungshaus in Älmhult in Småland und hat mittlerweile Filialen in der ganzen Welt. Der Erfolg der Möbelkette beruht auf dem Konzept, dass der Kunde alles zu günstigen Preisen erwerben kann, jedoch den Transport und Aufbau selbst durchführen muss. Das Unternehmen verkauft unter der Marke BoKlok (dt.: clever Wohnen) auch Fertighäuser, bei denen die Eigenleistung des Käufers entfällt. Hintergrund dafür ist, Berufsanfängern und Wenigverdienern einen Hauskauf zu ermöglichen.

Schwedische Bräuche & Feste

Die Schweden feiern gern und dafür gibt es auch das ganze Jahr über genügend Anlässe. Die wichtigsten haben wir für euch chronologisch festgehalten:
Am 6. Januar wird der Trettondedag jul (dt.: dreizehnter Weihnachtstag) gefeiert. Der staatliche Feiertag ist gleichzusetzen mit dem Tag der Heiligen Drei Könige.
Am 13. Januar ist der Tjugondedag jul (dt.: zwanzigster Weihnachtstag) wird das Ende der Weihnachtszeit gefeiert. Erst an diesem Tag wird die Weihnachtsdekoration entfernt.

Zur Osterzeit, welches in Schweden Påsk genannt wird, laufen am Ostersamstag alle Kinder als Hexen verkleidet umher, um Geld und Süßes zu sammeln.
Am 30. April wird Valborgsmässoafton (dt.: Walpurgisnacht) mit Liedern und Gesprächen über den Frühling gefeiert
Der 6. Juni ist der schwedische Nationalfeiertag und wird in Schweden Svenska flaggans dag genannt. Einst wurde dieser Tag nur zu Ehren der Flagge gefeiert. Seit 1983 ist es jedoch ein Nationaltag, und seit 2005 auch ein gesetzlicher Feiertag. Von den Schweden wird dieser Tag jedoch eher weniger als Feiertag angesehen.

Nicht so das traditionelle Midsommarfest (dt.: Mitsommerfest). In dieser Nacht nach dem 21. Juni wird in ganz Schweden heftig gefeiert wie an keinem anderen Tag im Jahr. Der Sommer wird begrüßt. Weltweite Bekanntheit hat der Mitsommerbaum.
Zum Kräftskiva (Krebsessen) im August kommen in Dillsud gekochte frische Krebse auf den Tisch. Es ist üblich, nach jedem Krebs einen Schnaps zu trinken. Vorsicht! Dieser Brauch kann für Nicht-Einheimische zu einem vorzeitigen Verlassen der Feier führen.
Das Ende des Sommers (Surströmmingsskiva) wird vor allem im Norden Schwedens ausgiebig gefeiert. Es ist Brauch, an diesem Tag vergorenen Hering aus der Dose zu essen. Dazu gibt es Kartoffeln und Tunnbröd, dünnes Brot ähnlich dem Knäckebrot. Besonders der übel riechende Geruch dieser Köstlichkeit hält die meisten vom Verzehr ab.

Der 13. Dezember ist einer der schönsten Tage in Schweden, denn an diesem Tag findet das Luciafest statt, der Tag der Lichterkönigin. Im ganzen Land ziehen kleine Lucia-Mädchen in fußlangen weißen Gewändern und mit Kerzen auf dem Kopf geschmückt, begleitet von Sternjungen, die ebenfalls weiß gekleidet sind, u.a. von Kindergärten zu Schulen und Fabriken und zu anderen öffentlichen Einrichtungen, um mit Liedern die Vorweihnachtszeit zu beginnen. In den Familien muss die älteste Tochter als Lussebrud (Luciabraut), ebenfalls in weiß gekleidet und mit Lichtern geschmückt, die Familie wecken und allen das Frühstück servieren. Tradition ist es, von diesem Tag an und in der gesamten Weihnachtszeit ein Safrangebäck zu essen, was in Schweden Lussekatter genannt wird. Seinen Ursprung hat der Tag als kirchlichen Gedenktag an die Heilige Lucia. Heute ist er jedoch weniger christlich geprägt.

Auswandern nach Schweden

Tipps für deine Auswanderung nach Schweden.

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