Schweden
Norwegen
und Finnland
"Die fetten Jahre sind vorbei", dieser Spruch wird wohl demnächst auch für Norwegen zutreffen. Norwegens wichtigste Einnahmequelle, die Produktion von Erdöl, ist stark rückläufig. In den vergangenen 10 Jahren sank diese um satte 40 Prozent.
Erst vorherige Woche sprach der norwegische Energieminister Terje Riis-Johansen davon, dass Norwegen noch für lange Zeit ein bedeutender Lieferant von Erdöl und Erdgas auf dem Weltmarkt bleibe müsse. Die Ölindustrie fordert die Erschließung neuer Ölquellen im Nordatlantik und in arktischen Gewässern, unter anderem vor den Lofoten, einem der beliebtesten Touristenziele in Norwegen. Bisher konnte sich die rot-grüne Koalition von Ministerpräsident Jens Stoltenberg zu keiner klaren Entscheidung durchringen.
In diesem Jahr wird in Norwegen erstmals mehr Erdgas statt Erdöl gefördert und produziert werden. Die Unternehmensberatung Econ rechnet dazu mit rund 1000 Milliarden NOK (umrechnen) weniger Einnahmen durch Erdgas als bisher vermutet. Kent Vincent Pedersen von Econ sagte dem norwegischen Rundfunk NRK, dass die Erträge aus der Erdgasproduktion deutlich geringer ausfallen, als im diesjährigen Staatshaushalt veranschlagt.
Die Folge könnten erstmals seit Jahren spürbare Einschnitte in den Sozialleistungen sein. Die Einkünfte aus der Öl- und Gasindustrie werden in einem weltweit einzigartigen Staatsfonds verwaltet und bilden die Grundlage für den norwegischen Wohlfahrtsstaat.
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