Schweden
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Ein Kletterfelsen in Järfälla in der Nähe von Stockholm sorgt momentan für Unmut in der schwedischen Bevölkerung. Der Grund dafür sind die Bezeichnungen der einzelnen Kletterrouten.
Diese tragen nämlich Namen wie "Ein kleiner Hitler", "Drittes Reich", "Zyklon B", "Himmler" oder "Kristallnacht". Die schwedische Historikerin und Freizeitkletterin Cordelia Hess machte die Namen publik. Bisher schien sich aber kein anderer Kletterer daran zu stören, denn die Routen sind in einem offiziellen Kletterführer für die Region Stockholm vermerkt.
Hess sagte der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter", dass diese Art der Banalisierung den Respekt für die Opfer des Holocaust untergrabe. Sie fühle sich nicht wohl dabei Kletterer Sätze wie "Ich mach jetzt die Kristallnacht" sagen zu hören.
Nach alter Tradition darf der erste Kletterer, der eine Route erfolgreich gemeistert hat, dieser auch einen Namen seiner Wahl geben. Alle Namen des Gåseborg-Felsen sind zwischen 1987 und 2001 vergeben worden. Der Herausgeber des Kletterführers für die Region Stockholm, Mikael Widerberg, selbst findet nichts Verwerfliches an den Bezeichnungen. Er habe 2001 eine Kletterroute "Ein kleiner Hitler" getauft, weil diese besonders schwierig und unangenehm zu bezwingen gewesen sei. Laut Widerberg sollen die Bezeichnungen "mit einer Prise Humor" verstanden werden.
Das "Forum für lebende Geschichte" fordert nun eine Umbenennung der Routen. Christofer Urby vom schwedischen Kletterverband sieht aber keine Möglichkeit die Namen der Routen zu ändern, da diese niemanden persönlich beleidigen.
Das so etwas aber möglich ist, zeigt ein Beispiel aus der westschwedischen Stadt Karlstad. Dort wurde 2009 ein Wohnviertel mit dem Namen "Negern" umbenannt, nachdem Bürger jahrzehntelang gegen die rassistische Bezeichnung protestiert hatten.
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