Schweden
Norwegen
und Finnland
Bei wolkenlosem Himmel ist der 45-minütige Flug von Stockholm nach Helsinki eine einzige Sehenswürdigkeit, denn unter dem Flugzeug breitet sich bis nach Finnland eine riesige Schärenlandschaft aus – kleine, felsige Inseln in allen Größen und Formen, von denen die größeren bewohnt sind. In dem Land, das so nah bei Schweden liegt, begegnen sich der östliche und der westliche Kulturkreis wie nirgendwo sonst auf der Welt. Kommt man mit dem Schiff in Helsinki an – und der Hafen liegt direkt in der Stadtmitte – glaubt man auf den ersten Blick, sich in Sankt Petersburg zu befinden, denn das erste, was man gewahr wird ist die weithin sichtbare orthodoxe Uspenski-Kathedrale, die auf einem felsigen Hügel am Hafen thront. Die 1868 erbaute Kirche, die von 13 vergoldeten Kuppeln gekrönt wird, gilt als größter orthodoxer Sakralbau außerhalb Russlands.
Die junge Metropole Helsinki – Hochburg des Klassizismus
Obwohl die Stadt bereits 1550 auf Befehl des Schwedenkönigs Gustav I. Wasa gegründet wurde, ist sie erst seit 1812 die Hauptstadt Finnlands, denn nachdem Russland Finnland erobert hatte, entschied der Zar, die bisherige Hauptstadt Turku ins näher am Russischen Reich gelegene Helsinki zu verlegen. Als Finnland 1917 seine Unabhängigkeit gewann, blieb Helsinki als Hauptstadt bestehen. Vom schwedischen Erbe aus dem 16. Jahrhundert ist nicht viel übrig geblieben, da mehrere Stadtbrände durch die Jahrhunderte die Holzbauten zerstörten. Der neoklassizistisch gestaltete Stadtkern rund um den Senatsplatz am Hafen erinnert viel mehr an die Grandezza Sankt Petersburgs als an eine skandinavische Metropole, denn nachdem Helsinki zur Hauptstadt erkoren worden war, beauftragte der Zar den deutschen Architekten Carl Ludwig Engel mit der Planung eines repräsentativen Zentrums nach dem Vorbild von Sankt Petersburg.
Rund um den zentralen Senatsplatz liegt ein einzigartiges klassizistisches Ensemble mit dem zwischen 1830 und 1852 erbauten Dom, dem alten Senatsgebäude und dem Hauptgebäude der Universität. Weitere nennenswerte klassizistische Bauten sind u. a. die Universitätsbibliothek und der Präsidentenpalast. Engels klassizistisches Zentrum brachte Helsinki später den Beinamen „weiße Stadt des Nordens“ ein.
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